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IS - Irakische Christen beten für Rückkehr in ihre Heimat

Bagdad (APA/AFP) - Ein Jahr nach ihrer Vertreibung durch die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) haben irakische Christen für die Rückk...

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Bagdad (APA/AFP) - Ein Jahr nach ihrer Vertreibung durch die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) haben irakische Christen für die Rückkehr in ihre Heimat gebetet. „Wir wollen, dass die guten Leute unsere Gebete hören und unser Land so schnell wie möglich befreien“, sagte der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul, Johanna Boutros Mosche, am Donnerstag.

Er versammelte sich mit anderen christlichen Würdenträgern in den Ruinen eines Klosters aus dem 4. Jahrhundert auf einem von kurdischen Milizen kontrollierten Hügel im Norden des Iraks.

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Die IS-Miliz hatte am 9. August 2014 eine umfassende Offensive auf die nordirakische Großstadt Mossul gestartet, die hunderttausende Menschen zum Verlassen ihrer Häuser zwang. In der zweitgrößten Stadt des Landes lebten besonders viele Christen. Die Jihadisten stellten sie aber vor die Wahl, zum Islam zu konvertieren oder ihre Häuser zu verlassen. Andernfalls drohte ihnen der Tod. Als die Extremisten weiter vorrückten, mussten auch zahlreiche Christen in der Provinz Ninive fliehen.

„Ich empfinde Trauer und noch heute einen Schmerz, als wäre ich betrunken“, sagte Erzbischof Boutros Moshe über die Vertreibungen vergangenen Sommer. „Ich weiß noch immer nicht, warum wir von unserem Land zu fliehen gezwungen waren, obwohl wir nichts Böses getan und niemanden angegriffen haben. Wir lebten in Frieden mit allen.“ Das Kloster, wo das Gebet stattfand, ist der nächste Punkt unter kurdischer Kontrolle zu Karakosh - der größten christlichen Stadt im Irak bis zu ihrer Eroberung durch die IS-Miliz.

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Seit der US-Invasion 2003 ist die Zahl der Christen im Zweistromland infolge des Bürgerkriegs und der Verfolgung durch radikale Islamisten von geschätzten 1,5 Millionen um zwei Drittel gesunken. Christliche Würdenträger fürchten, dass die christliche Gemeinde im Irak langfristig praktisch ganz verschwindet.


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