Gesellschaft

Kritik an Ausschreibungen für neues Bildungszentrum

© Gernot Schwaiger

In Kirchdorf wird derzeit der neue Kindergarten gebaut. Aufregung gab es um die Tischlerarbeiten, da keine örtliche Firma angefragt wurde.

Von Verena Hofer

Kirchdorf i. T. –Viel Erfahrung hat man in Kirchdorf mit Bauarbeiten. Seit rund drei Jahren wird an der Umsetzung des Bildungszentrums gearbeitet. Die neue Volksschule wurde vergangenes Jahr fertig gestellt, derzeit wird die Baustufe zwei, der Zu- und Umbau des Kindergartens, realisiert. Die Vergabe der Bauarbeiten führte in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu Kontroversen. Unstimmigkeiten gab es über die Vorgangsweise bei der Ausschreibung.

Nachdem die Angebote der Firmen vorgetragen wurden und heimische Unternehmen gänzlich fehlten, wurde festgestellt, dass kein örtlicher Unternehmer zur Ausschreibung für die Tischlerarbeiten eingeladen wurde. Als „bodenlose Frechheit“ bezeichnet Gemeinderat Gerald Embacher (Erpfendorfer Liste) die Ausschreibung: „Wir haben mehrere Tischler im Ort. Steuer zahlen dürfen sie, aber bei einem öffentlichen Bau werden die Tischler nicht eingeladen.“ Bürgermeister Ernst Schwaiger (UKGL) beruft sich bei der Ausschreibung auf die Erfahrungen beim Bau der Volksschule. „Einige haben dort nicht abgegeben, weil es ihnen zu groß war“, sagt Schwaiger und ergänzt, dass nun ein Fehler passiert sei. Zur Diskussion stand die Verschiebung des Tagesordnungspunktes. „Dann ist der Kindergarten erst zu Weihnachten fertig“, sagt Schwaiger und Embacher ortet dabei Erpressung. Die Idee, den Tagesordnungspunkt zu verschieben und den Bauausschuss damit zu befassen, wurde eingebracht.

Dabei gab es aber die nächste Überraschung. Nicht alle Mitglieder wissen über die Arbeiten Bescheid. „Ich habe nichts gesehen, obwohl ich bei jeder Bauausschusssitzung war“, sagt Vizebürgermeister Hans Hinterholzer (UKGL). Laut Schwaiger werden die gleichen Türen wie in der Volksschule eingebaut. Für Aufregung sorgten auch die neuen Fenster im Gebäude. „Für diese Fenster muss man sich schämen“, hat sich Gemeinderat Hans Oberleitner (Vereinte Liste) bereits seine Meinung gebildet. Nach heftigen Diskussionen folgte die Abstimmung, da man keine Zeit mehr mit der Umsetzung verlieren will. Mit 13 Ja-Stimmen (von 15) gab es eine klare Mehrheit für die Vergabe der Tischlerarbeiten.

Der Um- und Zubau wird rund 2,4 Mio. Euro kosten. Das Gesamtprojekt mit dem neuen Eingangsbereich beim Dorfsaal, dem neu gestalteten Dorfplatz mit Musikpavillon und Räumen für die Krabbelstube beläuft sich auf mehr als 10 Mio. Euro.