SPG Oberes Gericht: Wenn zwei Nachbarn zusammenfinden
Nauders und Pfunds arbeiten mit der neuen Spielgemeinschaft Oberes Gericht an einer gemeinsamen Zukunft. Dabei herrschte zwischen den Nachbargemeinden in der Vergangenheit eine sportliche Rivalität.
Von Alois Moser
Innsbruck – „Gemeinsam sind wir stark“: An diesem Motto orientierten sich der FC Nauders und der FC Pfunds im Frühjahr 2015, als beschlossen wurde, gemeinsam in die fußballerische Zukunft zu schreiten. Wenn die sportliche Gegenwart in der 2. Klasse West auch noch nicht zu Höhenflügen verleitet, schauen die Verantwortlichen trotzdem positiv in die Zukunft.
Haidegger: „Ging recht einfach über die Bühne“
„Sportlich sind wir einzeln nicht weitergekommen“, erzählt Obmann Andreas Haidegger. „Die Spielgemeinschaft stand schon länger im Raum, aber erst wollte der eine nicht, dann wieder der andere.“ Schließlich wurden aber doch die Weichen zu einer Zusammenarbeit gestellt: „Wir haben uns zusammengesetzt, und dann ging alles recht einfach über die Bühne.“
Für einen reibungslosen Betrieb sorgt nun eine Doppelspitze, neben dem Pfundser Haidegger bekleidet der Nauderer Christoph Rudigier den zweiten Obmannposten der SPG. „Wir kommen ganz gut zurecht“, ist auch Haideggers Pendant zufrieden. Die Vereinsagenden sind damit auf vielen Schultern verteilt, immerhin gilt es, einige organisatorische Details zu klären. Zum Beispiel die Platzwahl:
„Unsere beiden Plätze ergänzen sich gut. In Pfunds spielen wir auf Naturrasen, in Nauders haben wir einen tollen Kunstrasenplatz.“ Für den Herbst einigte man sich bereits auf einen paritätischen Spielplan: „Jeder braucht seine Heimspiele, weil wir finanziell weiterhin zwei eigenständige Vereine sind.“ In sportlicher Hinsicht ist man jedoch eine Einheit: „In der Jugend spielen wir bereits länger zusammen. In der Kampfmannschaft ist das jedoch ein Novum.“
Wie das in Nachbargemeinden nun einmal oft der Fall ist, bestand zwischen Nauders und Pfunds in der Vergangenheit eine Rivalität – auch auf dem Fußballplatz: „Das Obere-Gericht-Derby war immer ein hartes Match“, lässt Haidegger die Vergangenheit Revue passieren. In der gemeinsamen Mannschaft, in der neben Pfundsern (zwei Drittel) und Nauderern auch zwei Portugiesen aus dem Samnaun (SUI) kicken, spielt das jedoch keine Rolle: „Beim ersten Training hat man sich noch beschnuppert, aber seitdem sind wir ein Team.“
Ein Grund dafür ist auch Trainer Robert Wachter. Der gebürtige Pfundser war auch schon in Nauders Übungsleiter und spielt die Bedeutung des Derbys herunter: „Die Rivalität steckte vor allem in den Köpfen. Bei uns spielt das keine Rolle.“ Wachter hat derzeit andere Sorgen: „Unser Kader ist mit 28 Spielern ziemlich groß, eine zweite Mannschaft geht sich aber leider auch nicht aus.“ Nach einigen altersbedingten Abgängen („Keiner hat wegen der SPG aufgehört“) müssen nun die Jungen ran: „Unsere Mannschaft hat sich noch nicht wirklich gefunden, dafür hat die Zeit nicht gereicht.“ Dementsprechend ist auch die Erwartungshaltung: „Diese Saison werden wir sicher brauchen, um zusammenzuwachsen.“ Zwei knappe Niederlagen in den ersten beiden Spielen zeigen, dass man noch ein Stück Weg vor sich hat. Wachter und seine Obmänner unisono: „Wir sind aber definitiv auf dem richtigen Weg.“
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