Arbeitsmarkt

Lehrstellen derzeit keine Mangelware

Zuletzt ging die Arbeitslosigkeit im Bezirk um 8,1 Prozent zurück. 25.177 Personen waren im Juli unselbstständig beschäftigt.

Von Alexander Paschinger

Imst –„Es war ein überraschender Effekt“, sagt der Leiter des AMS Imst, Erwin Klinger. Die Rede ist vom Rückgang der Arbeitslosenzahl im Juli um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während in Tirol ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, registrierte man in der Imster Niederlassung 105 Arbeits­lose weniger als vor einem Jahr. 1188 Imster waren zum Stichtag 31. Juli ohne Arbeit.

„Das kann nicht nur an der Gastronomie und am Tourismus hängen“, analysiert Klinger. Er ortet ein Mehr an Beschäftigung auch beim Bau und Baunebengewerbe.

Einmal mehr ist die Altersgruppe 50+ ein Thema: „Die Wartezeit wird hier länger – trotz Fördermaßnahmen tun wir uns immer schwerer, dieser Personengruppe Arbeit zu vermitteln.“ Wobei man in Imst „besser liegt als in den Ballungsräumen rund um Innsbruck“. Besonders dort habe die Gesamttiroler Statistik die Delle durch die Steigerung bekommen. „Natürlich verzeichnen wir im Oberland über das Jahr gesehen auch den Anstieg der Arbeitslosigkeit, aber mit wesentlich geringeren Auswirkungen“, erläutert Klinger.

Positives gibt es von der Lehrstellen-Situation zu berichten. 57 Suchende standen 84 sofort verfügbaren Lehrstellen gegenüber, berichtet Christoph Neururer. Das Überraschende dabei: 46 dieser Lehrstellen sind nicht dem Tourismus und der Gastronomie zuzuordnen. „Rauften“ sich früher zwei Suchend­e um eine solche Lehrstelle, so ist das Verhältnis mittlerweile fast 1:1. „2016 und 2017 hält der Trend wegen der geburtenschwachen Jahrgänge an“, ergänzt Klinger.

Noch nicht aktuell, aber in Zukunft gravierend wird sich die Flüchtlingssituation niederschlagen. Wichtig sei dabei der Erwerb von sprachlichen und beruflichen Fähigkeiten.