Fenstersicherung kann Kinderleben retten
Fenstersicherungen sind die wichtigste Voraussetzung, um Fenstersturze von Kindern zu verhindern und das Risiko für schwere Verletzungen zu vermeiden.
Innsbruck – Der 18 Monate alte Bub, der Ende letzter Woche in Telfs aus dem vierten Stock eines Wohnhauses gestürzt ist, hatte Glück im Unglück: Er überlebte den Unfall. Damit bei einem Fenstersturz keine Kinder verunfallen, weist der Verein Sicheres Tirol seit Jahren auf die Notwendigkeit hin, Fenstersicherungen sowohl im Alt- und Neubau anzubringen.
Obwohl der Fenstersturz statistisch gesehen ein eher seltenes Ereignis ist, so ist der Anteil der dabei schwer verletzten oder gar getöteten Kinder jedoch sehr groß. In Österreich ereignen sich laut Kuratorium für Verkehrssicherheit jährlich rund 20 Fensterstürze von Kindern, zwei bis drei mit tödlichem Ausgang.
„Gerade bis zum Alter von fünf Jahren sind Kinder besonders gefährdet, weil ihr Forscherdrang groß ist und die motorische Entwicklung enorme Fortschritte macht. Plötzlich können sie Sessel zum Fenster schieben oder sogar selbst das Fenster öffnen. Gerade deshalb ist bei so kleinen Kindern die richtige Sicherung von Fenstern- und Balkontüren so wichtig“, erklärt Rudi Warzilek, Präsident des Vereins Sicheres Tirol.
Fenstersicherung kann Leben retten
„Fenstersicherungen sind auch im Nachhinein einfach anzubringen und preislich günstig. Sie sind die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen, die Leben retten und schwere Verletzungen vermeiden kann“, so Präsident Warzilek.
Verschiedene Varianten
Bei Fenstersicherungen, die auch zur Nachrüstung bestehender Fenster geeignet sind, gibt es zwei beliebte Varianten. Einerseits am Fensterrahmen angebrachte Fensterriegel aus Plastik oder Metall, die rund fünf Euro pro Fenster ausmachen, andererseits versperrbare Kindersicherheitsgriffe mit Schlüssel für ca. 20 Euro.
„Empfehlenswerter ist die zweite Version der Fenstersicherung. Diese speziellen Griffe sind nicht nur einfach versperrbar, sondern lassen sich ausschließlich mit beiden Händen und einer kombinierten Drehbewegung des Schlüssels und des Fenstergriffs öffnen“, erläutert Warzilek.
Zudem warnt er vor den sogenannten Fliegengittern, da sie keinen ausreichenden Schutz garantieren und Kinder sich aufgrund der optischen Barriere dagegen lehnen und aufgehalten werden.
Sicherheitstipps
Um das Risiko eines Fenster- oder Balkonsturzes auszuschließen, empfiehlt der Verein Sicheres Tirol folgende Sicherheitstipps:
1 Installieren Sie idealerweise versperrbare Sicherungen für Fenster und Balkontüren.
2 Wenn Sie aus dem Raum gehen, nehmen Sie Ihr Kind mit in den Nebenraum.
3 Stellen Sie Sessel, Tische etc. nicht in die Nähe von Fenstern – Kinder können sie geschickt als „Leiter“ benutzen.
4 Stellen Sie keine Kinderbetten unter das Fenster.
5 Vergessen Sie beim Fenster reinigen nicht darauf, Ihr Kind von offenen Fenstern fernzuhalten.
Der Verein Sicheres Tirol appelliert an alle Wohnbauträger sowie an private Bauherren, die durch Fenstersicherungen anfallenden äußerst geringen Mehrkosten zu planen und einzubauen, denn sie bieten besonders Kindern entsprechenden Schutz und verhindern schwere Unfälle. (tt.com)
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