Polens Franken-Kredit-Gesetz könnte Banken 15 Milliarden Euro kosten
Wien/Warschau (APA/Reuters) - Laut Polens Präsident Andrzej Duda liegt es in der Verantwortung der Banken, die Probleme rund um die Schweize...
Wien/Warschau (APA/Reuters) - Laut Polens Präsident Andrzej Duda liegt es in der Verantwortung der Banken, die Probleme rund um die Schweizer-Franken-Kredite in Polen zu lösen. Sollten die Kosten für die Kredit-Konvertierungen allein von den Banken in Polen getragen werden, gehen die Schätzungen für die Belastungen der Kreditinstitute mittlerweile auf bis zu 15,3 Milliarden Euro (64 Milliarden Zloty).
Etwa 40 Prozent aller Hypothekarkredite sind in Polen in Schweizer Franken vergeben, da die Zinsen für die Fremdwährung deutlich niedriger waren als für Kredite in Zloty. Zum Stand Ende März belief sich die Summe aller Schweizer-Franken-Kredite auf 34,4 Milliarden Euro (144 Milliarden Zloty).
Die Banken hätten am stärksten von den Fremdwährungskrediten profitiert - daher müssten auch sie die Verantwortung für das Problem tragen, betonte Duda in einem Reuters-Interview. Es dürfte nicht auf Kosten der Steuerzahler gelöst werden, so Duda.
Da rund 60 Prozent des polnischen Bankensystems in ausländischer Hand sind, würden diese Kosten zum gewichtigen Teil auf die auswärtigen Institute zurückfallen. Auch die österreichische Raiffeisen International (RBI) ist mit ihrer Tochter Polbank im Land vertreten. Gerade wegen des Streits um die Kredit-Konvertierungen verzögert sich gerade der von Raiffeisen beabsichtigte Verkauf der Polbank.
Kürzlich wurde im polnischen Parlament ein Entwurf verabschiedet, laut dem Kreditnehmer das Recht bekommen sollten, die zumeist in Schweizer Franken aufgenommenen Hypothekendarlehen in Zloty zurückzuzahlen - zum Wechselkurs während der Periode, in der der Kredit aufgenommen wurde. Dieser Vorschlag könnte den Banken bis zu 15,3 Milliarden Euro kosten.
Die Banken sind bisher nur bereit, den bedürftigsten Kreditnehmern entgegenzukommen - und auch das nur, wenn die Belastungen zwischen der Bank und den Kunden „gerechter“ aufgeteilt würden. Sie erwägen Branchenkreisen zufolge eine Verfassungsklage gegen das Gesetz, weil es Schuldner mit Zloty-Krediten benachteilige. Auch internationale Schiedsverfahren seien möglich.
~ ISIN AT0000606306 WEB http://www.rbinternational.com/ ~ APA197 2015-08-17/12:35
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