Wohnrecht für Alt-Politiker: Haus spielt Rolle in Konkursverfahren
Innsbruck (APA) - Das Technikerhaus, das zuletzt als Herberge mit lebenslangem, unentgeltlichem Wohnrecht für den früheren Tiroler ÖVP-Spitz...
Innsbruck (APA) - Das Technikerhaus, das zuletzt als Herberge mit lebenslangem, unentgeltlichem Wohnrecht für den früheren Tiroler ÖVP-Spitzenpolitiker Helmut Mader den Weg in die Medien gefunden hatte, spielt derzeit auch in einem Konkursverfahren eine Rolle. Soll sein etwaiger Erlös doch einen Teil der Verbindlichkeiten des insolventen Bauträgers „Centralbau“ befriedigen, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“.
Dieser befindet sich seit vergangenem Freitag in Konkurs, bestätigte der Leiter des Kreditschutzverbands KSV 1870, Klaus Schaller, der APA am Montag. „Weil absehbar war, dass die Mehrheit der Gläubiger dem Sanierungsplan wegen Unsicherheiten hinsichtlich eines fehlenden rechtskräftigen Bescheids der Stadt Innsbruck ihre Zustimmung verweigern werden, zog der Schuldner seinen Sanierungsplan zurück“, erklärte Schaller. Der Bescheid betreffe das Bauprojekt „Riverside“ in der Hallerstraße, mit dessen Fertigstellung angeblich die Quote erfüllt werden könne. Derzeit sei aber nicht abschätzbar, ob die Stadt Innsbruck weitere Auflagen erteilen werde, wie kostspielig diese sein werden und wie sie finanziert werden können, erläuterte Schaller. Jetzt sei der Masseverwalter am Zug.
Bei der „Centralbau“ wurden Verbindlichkeiten in Höhe von rund 10,4 Mio. Euro festgestellt, sagte Schaller. Hauptgläubiger sei die Tiroler Sparkasse mit etwa acht Mio. Euro. Neben dem Bauprojekt „Riverside“ existiere aber auch eine Simultanhaftung des im Besitz der „Kubus Immobilien GmbH“ befindlichen Technikerhauses, indem Mader über eine Wohnung mit unentgeltlichem und lebenslangem Wohnrecht verfügt, für einen Teil der Forderungen. Der Schuldner wollte das Technikerhaus, bei dem die Tispa über ein Pfandrecht verfügt, zeitnah verkaufen, um die Obligo zu senken, erklärte Schaller. Dieser Verkauf sei aber keineswegs unter Dach und Fach.
Laut TT sind die „Centralbau“ und die „Kubus Immobilien GmbH“ demselben Personenkreis zuzuordnen und haben beide ihren Firmensitz im Technikerhaus. Insgesamt sollen auf dem Technikerhaus Pfandrechte zugunsten der Tispa mit einem Höchstbetrag von 4,2 Mio. Euro lasten, hieß es in der Zeitung.
Indes kritisierte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) den früheren Tiroler ÖVP-Spitzenpolitiker Mader wegen seines Wohnrechts scharf. Rupprechter bezeichnete die Affäre Mader in der „Tiroler Tageszeitung“ als „schlimmstes unanständiges Bonzentum der übelsten Art“, das durch nichts zu rechtfertigen und in keiner Weise zu verteidigen sei. „Hier kommt eine Mentalität der Selbstbedienung zum Ausdruck, von der ich mich mit allem Nachdruck distanzieren möchte“, meinte er.
Die Tiroler Landesregierung hatte am Samstag eine Sonderprüfung des Landesrechnungshofes beschlossen. Dabei geht es um die Überprüfung der seinerzeit gewährten öffentlichen Gelder für die Sanierung des Technikerhauses.
~ WEB http://www.oevp.at ~ APA231 2015-08-17/13:18
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