Asyl - Ministerium weist Kritik von Ärzte ohne Grenzen zurück
Wien (APA) - Das Innenministerium hat am Montag die Kritik von „Ärzte ohne Grenzen“ zurückgewiesen. Ein gemeinsamer Besuch im Erstaufnahmeze...
Wien (APA) - Das Innenministerium hat am Montag die Kritik von „Ärzte ohne Grenzen“ zurückgewiesen. Ein gemeinsamer Besuch im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen der NGO mit Amtsärzten sei nie im Gespräch gewesen, sagte Ressortsprecher Karl-Heinz Grundböck gegenüber der APA. Auch den Vorwurf der Hinhaltetaktik wies er zurück, am Montag wird „Ärzte ohne Grenzen“ aber keinen Zugang zum Lager bekommen.
Grundböck verwies darauf, dass man vereinbart habe, zusätzlich zur fixen Arztstation des Lagers auch mobile Ärzteteams in Traiskirchen einzusetzen, die am Gelände unterwegs sind und Menschen aktiv ansprechen. Das sei von „Ärzte ohne Grenzen“ in einem Gespräch am Freitag auch so zur Kenntnis genommen worden. Die Organisation habe dann aber falsch informiert. Es sei nie die Rede davon gewesen, dass „Ärzte ohne Grenzen“ gemeinsam mit Amtsärzten die Flüchtlinge betreuen, sondern immer nur von eigenen mobilen Teams.
Das Ministerium habe „Ärzte ohne Grenzen“ angeboten, schon am vergangenen Samstag das Erstaufnahmezentrum zu besuchen. Das sei aber aufgrund mangelnder Ressourcen, weil die Organisation kein operatives Zentrum in Österreich habe, abgelehnt worden. „Ärzte ohne Grenzen“ würde auf Mediziner der Caritas zurückgreifen, berichtete Grundböck.
Deshalb habe des Ministerium für den heutigen Montag ein eigenes mobiles Team mit Amtsärzten organisiert, so der Sprecher. Bei „Ärzte ohne Grenzen“ habe man angefragt, ob sie für Dienstag oder Mittwoch ein mobiles Team stellen könne. Am Sonntag um 22.00 Uhr habe man dann von „Ärzte ohne Grenzen“ den Wunsch bekommen, doch am Montag kommen zu können.
Der Ministeriums-Sprecher betonte, dass man „Ärzte ohne Grenzen“ vorher informiert habe, dass der heutige Montag von eigenen Teams abgedeckt werde, aber Bedarf für Dienstag oder Mittwoch bestehe. Warum die Organisation dennoch heute ein Team nach Traiskirchen geschickt habe - und das medial begleitet - sei für das Innenministerium „nicht nachvollziehbar“, betonte Grundböck.
Der Ressort-Sprecher stellte auch klar, dass ein Besuch des Lagers der „Ärzte ohne Grenzen“-Delegation heute nicht möglich sei. Heute seien Vertreter der Landessanitätsdirektion auf dem Gelände unterwegs, deshalb sei heute kein Bedarf gegeben. Das habe auch „Ärzte ohne Grenzen“ gewusst, bevor sich deren Delegation auf den Weg gemacht habe. Das Ministerium hätte sich von der Organisation ein „koordinierteres Vorgehen“ gewünscht, wie der Sprecher anmerkte.
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