Modellrechnungen zeigen: In den Anden wird es trocken
Zürich (APA/sda) - Bis Ende dieses Jahrhunderts könnten die Niederschläge in den Zentralen Anden Perus und Boliviens um ein Drittel abnehmen...
Zürich (APA/sda) - Bis Ende dieses Jahrhunderts könnten die Niederschläge in den Zentralen Anden Perus und Boliviens um ein Drittel abnehmen. Das prognostiziert ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Zürich.
Erstmals für diese Region haben die Forscher aktuelle Klimadaten mit zukünftigen Klimaszenarien sowie mit Daten verglichen, die bis in die Zeiten vor dem Inkareich zurückgehen. Sie stammen aus Baumringen und Eisbohrkernen der vergangenen 1000 Jahre.
Die Modellrechnungen der Forscher zeigen, dass die heutigen Niederschläge noch im Bereich der natürlichen Schwankungen der vergangenen Jahrhunderte liegen. Schon jetzt kommt es in dieser Region saisonal zu Wasserknappheit. Doch bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird sich diese deutlich verschlimmern, wie die Forscher in den „Environmental Research Letters“ berichteten.
„Unsere Modellsimulationen legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit für trockene Jahre zwischen 2071 und 2100 viermal so groß sein wird wie in der vorindustriellen Zeit“, wurde Erstautor Raphael Neukom von der Universität Zürich in einer Mitteilung seiner Hochschule zitiert.
Weitere Faktoren wie die Abholzung des Amazonasregenwaldes und der Rückgang des Gletscher-Schmelzwassers könnten die Tendenz zur Trockenheit verstärken. Finanzierbare, risikoarme Maßnahmen zur Anpassung der Region an die neuen Klimabedingungen seien deshalb dringend nötig, betonen die Forscher.
Die Studie wurde von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Rahmen des Projektes „Anpassung an den Klimawandel in Peru“ mitfinanziert. Beteiligt waren neben den Universitäten Zürich, Freiburg und Bern auch das Bundesinstitut Agroscope, die Schweizer Meteodat GmbH sowie Forscher aus Peru, Argentinien und Chile.
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