Flüchtlinge - Tschechische Wissenschafter warnen vor Xenophobie
Prag (APA/dpa) - Mehr als 550 Wissenschafter und Akademiker haben vor rasant wachsender Fremdenfeindlichkeit in Tschechien gewarnt. In einem...
Prag (APA/dpa) - Mehr als 550 Wissenschafter und Akademiker haben vor rasant wachsender Fremdenfeindlichkeit in Tschechien gewarnt. In einem am Montag veröffentlichten Aufruf ermahnten sie die Politiker ihres Landes, sich nicht auf Kosten von Flüchtlingen und Ausländern zu profilieren. Zudem forderten sie die tschechischen Medien zu einer verantwortungsvollen Berichterstattung auf.
Die Unterzeichner kritisierten, dass Migranten in der öffentlichen Debatte als „schädliches Ungeziefer oder Parasiten“ dargestellt würden, die Sozialsysteme aussaugten, mordeten und vergewaltigten. Muslime würden zu Unrecht in einen Topf mit Terroristen geworfen. Die Wissenschafter riefen zu Solidarität mit den Flüchtlingen auf. „Wir dürfen uns nicht vom Unglück anderer abwenden“, forderten sie.
Der tschechische Präsident Milos Zeman hat wiederholt den Einsatz der Armee zum Schutz der Landesgrenzen vor illegal einreisenden Flüchtlingen gefordert. Die Armee könne die Polizei notfalls sofort mit 1.500 Soldaten verstärken, teilte der Generalstab in Prag mit. Der Politologe Jiri Pehe warnte, dass die Schließung der Grenzen mithilfe der Armee einem Austritt aus dem Schengenraum gleichkäme.
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