„Hippy-Crack“ - Londoner Bezirksrat beschloss Verbot von Lachgas

London (APA) - Nach einer langen Partynacht sind sie längst kein seltener Anblick mehr auf Londons Gehwegen: kleine, silberne Zylinder gefül...

London (APA) - Nach einer langen Partynacht sind sie längst kein seltener Anblick mehr auf Londons Gehwegen: kleine, silberne Zylinder gefüllt mit Distickstoffmonoxid, besser bekannt als Lachgas. Jetzt hat der Stadtrat des Londoner Bezirks Lambeth dessen Gebrauch verboten. Bis zu 1.000 Pfund (1.400 Euro) Strafe gibt es bei einer Nichteinhaltung, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Nachtschwärmer erwerben die Metallkolben für wenige Pfund und inhalieren das Gas durch Luftballons, um sich selbst für kurze Zeit in Hochstimmung zu versetzen. Die Droge mit dem Spitznamen „Hippy-Crack“ wurde schon mit mehreren Todesfällen in Verbindung gebracht, da das Lachgas in den Lungen die Sauerstoffaufnahme verhindert.

Trotzdem stieg die Beliebtheit von Lachgas an, einer britischen Studie zufolge haben 7,6 Prozent der 16- bis 24-Jährigen das Gas allein im Zeitraum zwischen 2013 und 2014 inhaliert. Die Betreiber des Glastonbury-Festivals, Europas größtem Open-Air-Musikfestival, haben Lachgas auf der heurigen Veranstaltung zum Teil verboten, nachdem Besucher im vergangenen Jahr zwei Tonnen gebrauchter Zylinder am Gelände zurück gelassen hatten.

Der Verbot von „legal highs“ war Bestandteil des Manifests der konservativen Regierungspartei anlässlich der Wahl im Mai, mit dem Lachgasverbot wurde ein Teil dieses Versprechens jetzt eingelöst. Die entspannende Wirkung von Lachgas ist seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt, daher wird es schon seit langem als Schmerzmittel in der Zahnmedizin, bei Geburten und zum Einleiten von Vollnarkosen verwendet.