Gericht rät zu Einigung mit hungerstreikendem Palästinenser

Jerusalem (APA/dpa) - Israels höchstes Gericht hat am Montag den Sicherheitsbehörden zu einer Einigung mit einem seit zwei Monaten hungerstr...

Jerusalem (APA/dpa) - Israels höchstes Gericht hat am Montag den Sicherheitsbehörden zu einer Einigung mit einem seit zwei Monaten hungerstreikenden Palästinenser geraten. Eine Beratung über eine mögliche Freilassung des Rechtsanwalts Mohammed Allaan verschob das Gericht in Jerusalem auf Mittwoch. Allaan liegt seit einer Woche auf der Intensivstation des Barsilai-Krankenhauses in der israelischen Küstenstadt Ashkelon.

Er hatte am Freitag das Bewusstsein verloren und wurde durch Flüssigkeits- und Salzzufuhr stabilisiert. Bisher verweigerten die Ärzte aus ethischen Gründen eine Zwangsernährung, die nach einer Gesetzesänderung in Israel zulässig wäre.

Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Jihad warnte Israel, bei einem Tod des Häftlings werde es neue Angriffe und ein Ende der Waffenruhe geben. Am Sonntag war es bei einer Solidaritätsdemonstration für Allan in Ashkelon zu Zusammenstößen gekommen.

Der seit November ohne offizielle Anklage inhaftierte Allaan protestiert mit dem Hungerstreik gegen seine sogenannte Administrativhaft. Sie ermöglicht es Israel, Terrorverdächtige sechs Monate ohne Anklage festzuhalten. Die umstrittene Maßnahme kann immer wieder verlängert werden. Allaan soll nach Armeeangaben Kontakt zu Terroristen gehabt haben, die Angriffe gegen Israel geplant haben sollen.