Millionen-Schadenersatzklage gegen Zuckerkartell eingereicht
Düsseldorf (APA/Reuters) - Mehrere Lebensmittelfirmen haben Zuckerhersteller wie Südzucker wegen deren Beteiligung am Zuckerkartell auf Scha...
Düsseldorf (APA/Reuters) - Mehrere Lebensmittelfirmen haben Zuckerhersteller wie Südzucker wegen deren Beteiligung am Zuckerkartell auf Schadenersatz von mehr als 100 Mio. Euro verklagt. Bauer, Ehrmann und Zentis hätten gemeinsam Klage am Landgericht Köln eingereicht, der Streitwert belaufe sich auf mehr als 118 Mio. Euro, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Köln. Ein Verhandlungstermin sei noch nicht anberaumt.
Zudem gehe auch der Süßwarenhersteller Lambertz gegen die insgesamt drei Zuckerhersteller vor, hier belaufe sich der Streitwert auf rund 11,6 Mio. Euro, sagte die Sprecherin weiter. Von Südzucker war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Südzucker ist auch Großaktionär des österreichischen Zucker-, Stärke- und Frucht-Konzerns Agrana.
Der Schweizer Lebensmittelriese Nestle fordert von Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen wegen des Zuckerkartells insgesamt 50 Mio. Euro Schadenersatz. Nestle hatte einem Sprecher zufolge bereits beim Landgericht Mannheim Klage eingereicht.
Die Zuckerhersteller müssen noch mit weiteren Schadenersatz-Klagen von Kunden rechnen. Beim deutschen Bundeskartellamt hatten rund 100 Unternehmen Akteneinsicht beantragt. Anfang Juli beschäftigte sich das Landgericht Mannheim bereits mit einer Klage des Bonbon-Hersteller Vivil, der von Südzucker 1,3 Mio. Euro fordert.
Das deutsche Kartellamt hatte die drei Zuckerhersteller im Februar 2014 mit Geldstrafen in Höhe von insgesamt rund 280 Mio. Euro belegt. Zuvor hatten die Wettbewerbshüter Büros durchsucht. Die Hersteller sollen dem Kartellamt zufolge teils mit Beginn Mitte der 90er Jahre bis 2009 Preise abgesprochen haben - dann traten die Wettbewerbshüter auf den Plan. Auf Südzucker entfiel mit rund 195,5 Mio. Euro der Löwenanteil der Strafgelder.
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