Kroatische Stadt beschneidet serbische Sprache

Vukovar (APA/dpa) - Die ostkroatische Stadt Vukovar hat der serbischen Minderheit den amtlichen Gebrauch ihrer Sprache praktisch untersagt. ...

Vukovar (APA/dpa) - Die ostkroatische Stadt Vukovar hat der serbischen Minderheit den amtlichen Gebrauch ihrer Sprache praktisch untersagt. Entgegen den Vorschriften der kroatischen Verfassung werde es keine zweisprachigen Tafeln an den Behördengebäuden geben, wie der Stadtrat am Montag beschloss. Sollten Serben auf ihrer kyrillischen Schrift bestehen, müssen sie in Zukunft nach diesem Beschluss Gebühren zahlen.

Die Regierung im Nachbarland Serbien kündigte an, sie werde bei der kroatischen Regierung „gegen den Verstoß internationaler Verpflichtungen“ protestieren.

Laut Verfassung des EU-Staates Kroatien muss Zweisprachigkeit überall dort erlaubt werden, wo Serben mehr als ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, was in Vukovar der Fall ist. Die Stadt war im Bürgerkrieg (1991-1995) von Serben dem Erdboden gleichgemacht worden. Als „kroatisches Stalingrad“ trägt sie den offiziellen Ehrentitel „Heldenstadt“.