Kolumne von peruanischem Kardinal nach Plagiatsvorwürfen abgesetzt

Lima (APA/AFP) - Limas Kardinal und Erzbischof Juan Luis Cipriani darf nach Plagiatsvorwürfen keine Kolumnen mehr für die peruanische Tagesz...

Lima (APA/AFP) - Limas Kardinal und Erzbischof Juan Luis Cipriani darf nach Plagiatsvorwürfen keine Kolumnen mehr für die peruanische Tageszeitung „El Comercio“ schreiben. Weil der Kardinal Auszüge aus Texten von zwei Päpsten nicht als Zitat gekennzeichnet habe, werde „El Comercio“ künftig keine Artikel mehr von ihm veröffentlichen, hieß es auf der Internetseite der Zeitung. Plagiate seien dort nicht erwünscht.

Die betroffenen Texte wurden von der Internetseite gelöscht. Cipriani hatte die Plagiatsvorwürfe in der vergangenen Woche eingeräumt und von einem „Fehler“ gesprochen. Er gab aber an, die Quellenangaben nur aus Platzmangel weggelassen zu haben. Der Geistliche, der Mitglied der erzkonservativen Katholikenorganisation Opus Dei ist, hatte unter anderem aus einem Buch des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger, des späteren Papstes Benedikt XVI., und aus einer Enzyklika von Papst Paul VI. abgeschrieben.

Nach den Enthüllungen gab es in sozialen Medien in Peru heftige Kritik an Cipriani. Er selbst sprach von einer Racheaktion wegen seiner harten Haltung zu Abtreibung und Homoehe, über die im mehrheitlich katholischen Peru gerade kontrovers diskutiert wird. „Ich werde weiter für den Schutz des Lebens, für die Ehe zwischen Mann und Frau und für die Familie kämpfen“, sagte Cipriani im Radio.