Genüssliches Slackertum: Kurt Vile sucht den Weg nach unten - Popnews

Wien (APA) - Er verkörpert das genüssliche Slackertum wie kaum ein anderer: Kurt Vile, seines Zeichens Gitarrist, Sänger und Songwriter, ver...

Wien (APA) - Er verkörpert das genüssliche Slackertum wie kaum ein anderer: Kurt Vile, seines Zeichens Gitarrist, Sänger und Songwriter, veröffentlicht am 25. September ein neues Album. „B‘lieve I‘m Goin Down“ ist bereits die sechste Soloplatte des 35-Jährigen, der schon mit der ersten Single „Pretty Pimpin“ seine üblichen Trademarks gekonnt ausspielt: eingängiger und beschwingter Rock mit erdiger Note.

Die US-amerikanische Rockgruppe Silversun Pickups veröffentlicht am 25. September mit „Better Nature“ ihr viertes Studioalbum. Die Band um Sänger und Gitarrist Brian Aubert hat sich nach dem Vorgänger „Neck of the Woods“ (2012) Zeit gelassen und auch eine Singles-Compilation veröffentlicht. Der erste Vorgeschmack „Nightlight“, zu dem bereits ein düster-mysteriöses Video veröffentlicht wurde, verspricht nun eine konsequente Orientierung an alten Stärken, allen voran Auberts Gespür für eingängige Melodien und Chris Guanlaos treibendes Drumming. Wer einen Kaufanreiz abseits der Musik sucht, kann auf der Pledgemusic-Seite der Gruppe diverse Devotionalien erstehen, darunter eine signierte Gitarre oder - für die etwas kleinere Geldbörse - das zum ersten Song passende Nachtlicht mit Bandlogo.

Die heimische Sängerin und Songwriterin Clara Luzia bringt im Herbst mit „Here‘s To Nemesis“ ihr bereits sechstes Album auf den Markt. Der Nachfolger zu „We Are Fish“ wird am 9. Oktober erscheinen und soll laut Ankündigung einen etwas reduzierteren Weg einschlagen als zuletzt. Die vom britischen Produzenten Julian Simmons in Szene gesetzten Songs verzichten dabei aber keineswegs auf gesellschaftspolitischen Gehalt, wie man ihn von Clara Luzia gewohnt ist. Gleichzeitig arbeitet die Musikerin derzeit an ihrer Komposition für das Theaterstück „Lavant!“ von Bernd Liepold-Mosser und Ute Liepold, das im Herbst am Stadttheater Klagenfurt Premiere feiern wird. Den Auftakt zu ihrer eigenen Herbsttour macht Luzia am 18. September ebenfalls dort, bevor Konzerte u.a. in Wien (28.10.), Graz (29.10.) oder Linz (27.11.) anstehen.

Wer eine optische Entsprechung für einen leicht neben sich stehenden Musiker sucht, der könnte bei Mac DeMarco fündig werden. Der 25-jährige Kanadier bietet seit mittlerweile rund sieben Jahren angenehm unaufgeregten Lo-Fi-Rock, den er selbst schon mal als „jizz jazz“ bezeichnet. Mit „Another One“ ist dieser Tage eine neue Mini-LP des Sängers erschienen, die in etwas mehr als zwanzig Minuten neuerlich durch etwas schiefe Harmonien und DeMarcos tiefenentspannt vorgetragene Texte besticht. Und wer gerade einen New-York-Urlaub plant: Im abschließenden Soundexperiment „My House By The Water“ verrät der Musiker seine Wohnadresse in der US-Metropole und lädt Fans zum gepflegten Kaffeeplausch ein.

„The story of my innocence is brief...“: Lou Barlow hat wahrlich schon einiges erlebt und durchgemacht, wie es sich für einen Rockmusiker nun mal gehört. Als Mitglied von prägenden Gruppen wie Dinosaur Jr. oder Sebadoh hat er das heutige Bild von Alternative-Rock maßgeblich mitgeprägt. Mit „Brace The Wave“ veröffentlicht der 49-Jährige nun Anfang September ein neues Soloalbum, das mit der zuvor erwähnten Zeile beginnt. Und Selbstreflexion wird auch sonst groß geschrieben in Tracks, die man beinahe als fragil bezeichnen könnte. Mit heruntergestimmter Ukulele ausgestattet und von Justin Pizzoferrato unterstützt, hat Barlow hier neun Stücke in bester Folktradition eingespielt, die trotz ihrer Reduzierung allerlei Besonderheiten und Entdeckungen bereithalten.

Vielfältigkeit beschreibt Georgia Barnes wohl am besten: Die 25-jährige Britin hat dieser Tage mit „Georgia“ ihr Debütalbum vorgelegt, das zwischen den Polen analog und digital oszilliert. Hier werden kantige Beats über atmosphärischen Klangflächen gezogen, stülpt die Musikerin gerne orientalische Exzesse über ihre teils skizzenhaft anmutenden Songs oder überlässt es knarzenden Sounds, den Spannungsbogen zu geben. Dem aktuellen Trend entsprechend darf natürlich auch eine gehörige Portion Hip-Hop nicht fehlen, wenngleich dieser ebenfalls in seine Einzelteile zerlegt wird. Wo eine Kate Tempest inhaltlich zwar bedeutend mehr Relevanz für sich beanspruchen kann, behält Georgia in dem von ihr zusammengetragenen Sammelsurium immerhin den Überblick und kann einen sehr eklektischen Anspruch für sich verbuchen. Unterhaltsam ist ihr Debüt allemal gelungen.