Erste Liga

Wacker Innsbruck gegen Salzburg: Keine Ruhe vor dem Sturm

Die Austria-Salzburg-Fans sind zurück im Profifußball.
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Das erste Westderby seit zehn Jahren (28. August, 20.30 Uhr) ist schon vor dem Anpfiff ein Thema: Gespielt wird wohl in Schwanenstadt, der FC Wacker erhält nicht mehr als 500 Tickets, das Innenministerium ist informiert.

Von Tobias Waidhofer

Schwanenstadt – Mittwochmittag fällt die Entscheidung, ob das übernächste Meisterschaftsspiel des FC Wacker in zehn Tagen (28. August) gegen Austria Salzburg tatsächlich im beschaulichen Schwanenstadt ausgetragen wird. Allerdings gingen Stand gestern Nachmittag alle Beteiligten (Austria Salzburg. FC Wacker, Bundesliga) davon aus. Ein Ausweichstadion für das Risikospiel zwischen den Erzrivalen war nämlich nicht zu finden.

„Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass sich noch etwas ändert. Wir haben alles probiert“, erklärt Salzburg-Sportmanager Gerhard Stöger. Das erste Westderby seit über zehn Jahren – zuletzt hatte man sich am 14. Mai 2005 mit 0:0 im Tivoli-Stadion getrennt – wirft seine Schatten schon weit länger voraus. „Ich beschäftige mich seit über einem Jahr mit diesem Thema. Jetzt ist der Tag X da und wir sind immer noch nicht weiter“, seufzt Wackers Sicherheitsverantwortlicher Max Laimer, dem die Händ­e gebunden sind. „Wir sind der Gastverein und können nur intervenieren.“

Laimer streicht aber wie auch Salzburgs Stöger die gut­e Zusammenarbeit der Vereine hervor: „Es scheitert nicht an uns, eher an anderen Vereinen.“ Red Bull Salzburg hätte sein Stadion zwar möglicherweise zur Verfügung gestellt, aufgrund des Europa-League-Spiels am Vortag war aber auch diese Option obsolet. Es wird also wohl im Schwanenstädter Stadion an der Au und damit – wie es der Stadionname schon verrät – im ländlichen Ambiente gespielt. „Aus unserer Sicht ist klar, dass aufgrund des Zuschauerinteresses ein anderes Stadion wünschenswert gewesen wäre“, betont Michae­l Eisner von der Pressestelle der Bundesliga. „Allerdings wurde im Rahmen der Lizenzierung Schwanenstadt als Ausweichstadion (das Austria-Stadion in Maxglan wird umgebaut, Anm.) angegeben und auch vom Senat 3 zugelassen.“ Gerade einmal 3000 Fans finden dort Platz.

Die Wacker-Fanklubs ließen sogar Flugblätter drucken. Es gärt in der Fanszene.
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Das nächste Problem für den FC Wacker: Über 1000 Fans wollen die Reise antreten, gerade einmal 300 Tickets stehen den Innsbruckern laut Bundesliga-Regularien (zehn Prozent der Tickets gehen an die Gastmannschaft) zu. Salzburg-Boss Stöger will den Innsbruckern entgegenkommen: „Wir wollen die Fans des FC Wacker bei uns haben. Aufgrund des großen Interesse­s werden wir das Kontingent auf 400 bis 500 Karten aufstocke­n.“

Ob der FC Wacker die Karten aber überhaupt verkaufen wird, steht noch in den Sternen. „Es gibt Gedankenspiele, keine Karten zu verkaufen“, betont Laimer. „Wie sollen wir bei über 1000 Anfragen fair selektieren? Wir fangen uns sicher keinen Krieg mit unseren Fanklubs an.“ Eine Public-­Viewing-Veranstaltung im Wacker-Zelt soll Abhilfe schaffen. Viele Fanbusse sind bereits voll besetzt.

„Wenn der FC Wacker das so entscheidet, werden wir es zur Kenntnis nehmen. Wir werden aber deshalb nicht ausschließen, dass trotzdem Wacker-Fans kommen“, meint Stöger. Sicher ist: Die Tickets werden personalisiert sein. Und zwar nicht nur für die schwarzgrünen Anhänger. „Das ist ein Wunsch der Behörde. Wir haben dann sofort vorgeschlagen, dass alle Zuschaue­r – egal welcher Farben – nur mit personalisierten Tickets ins Stadion kommen. Gleiches Recht für alle“, erteilt Stöger jeder Ungleichbehandlung eine Absage. Auch eine Sicherheitszone rund um das Stadion soll es geben, das Innenministerium könnte mit einer Sondereinheit ausrücken. „Wenn Krawallbrüder wirklich kommen, müssen sie sich auf etwas gefasst machen“, betont der Salzburger Fußball-Verbandspräsident Herbert Hübl.

Wacker-Präsident Josef Gunsch sieht die Sachlage nüchtern: „Wir sind nicht begeistert, dass das Spiel in Schwanenstadt stattfindet. Aber auf das Verhalten der Fans haben wir nur mäßig Einfluss.“ Schwanenstadts Bürgermeister Karl Staudinger setzt auf die jüngsten Erfahrungswerte mit Austria Salzburg: „Zuletzt kam es zu keinen Ausschreitungen. Hoffentlich bleibt das so.“

Auf dem personellen Sektor soll Alexander Riemann am Mittwoch wieder ins Training einsteigen. Der Flügelspieler hatte beim 4:1 gegen Liefering eine unliebsame Begegnung mit dem Betonboden abseits des Rasenvierecks im Tivoli. Sollte der Deutsche morgen nicht trainieren können, wäre er auch für das Heimspiel am Freitag gegen Austria Lustenau keine Option.