Bühne

Kauns lebt für das Schauspiel

© Wenzel

Jeder Zehnte im 480-Seelen-Dorf ist Darsteller im aufwändigen Freilicht-Musical „Simba, König der Tiere“. Das turbulente Stück versetzte bisher 4000 Besucher in Begeisterung.

Kauns –Millionen Kinder in aller Welt lieben den Disney-Film „König der Löwen“. Auch der später zum Erfolgsmusical adaptierte Stoff sorgte und sorgt für Begeisterung.

Dass sich eine Dorfbühne wie die Schauspiele Kauns (480 Einwohner) traut, das Stück aufzuführen, hatte Kopfschütteln ausgelöst. „Die Leute haben uns gefragt, ob wir spinnen“, erzählt Obmann Josef Falkeis. Den Titel „Simba, König der Tiere“ musste er aus rechtlichen Gründen vom Original „König der Löwen“ abwandeln.

Doch am Tag der Premiere, am 27. Juni, sind die Nörgler eines Besseren belehrt worden. Inzwischen hat das 50-köpfige Darsteller-Ensemble (inklusive Chor Klangwelle mit Anna Haslwanter) 14 fast immer ausverkaufte Vorstellungen vor insgesamt 4000 Besuchern geboten, vier weitere sind noch im August geplant.

Falkeis hört es nicht gerne, dass er der treibende Motor der Schauspiele sein soll. Doch selbst Bürgermeister Bernhard Huter bestätigt: „Ohne Josef würde es in Kauns kein derart anspruchsvolles Amateurtheater geben. Mich freut es, dass wir den Besuchern das einzigartige Schauspiel vor den Schlosshäusern bieten können.“ Zu danken habe er allen Mitwirkenden, der Klangwelle sowie den Anrainern und der Feuerwehr für organisatorische Leistungen.

Vor einem Jahr fasste die Truppe den Entschluss, eine attraktive und an die Kulissen der Schlosshäuser angepasste Version des Erfolgsmusicals mit afrikanischem Flair zu spielen. Die Kauner Theatermacher steckten wahre Sisyphusarbeit in die Vorbereitungen. 50 Masken und 50 Kostüme – für Löwen, Hyänen, Geier, Zebras, Maulwürfe, Warzenschwein usw. mussten gefertigt werden. Der Stoff für die Kleider kam eigens aus Ghana. „Es war nicht immer leicht, die Gruppe bei den Proben bei Laune zu halten“, resümiert der Obmann.

Die Choreographie mit afrikanischen Tänzen, Licht und Tontechnik erwiesen sich als größere Herausforderung. Beim Publikum gut angekommen sind auch die reizvollen Stimmungsbilder auf der Bühne. Dazu kommen Ironie, Witz und skurrile Gestik der Puppenfiguren in der populären Tiergeschichte mit anspruchsvoller Chormusik.

Nach der Premiere hat Falkeis, Konditormeister und Sozialpädagoge von Beruf, keinesfalls die Hände in den Schoß gelegt: „Das Stück lässt mich nicht los. Es gibt immer wieder etwas zum Weiterentwickeln.“ Und woher nimmt er seine Eigenmotivation? – „Mir ist es ein Anliegen, alle Leute in unserem Dorf zu integrieren. Niemand soll ausgegrenzt werden, jeder soll seinen Platz haben.“ (hwe)