Kufstein

Schwarzbau in Walchsee sorgt für Aufregung

© Michael Mader

Mangelndes Unrechtsbewusstsein wirft NR Carmen Schimanek dem Bürgermeister von Walchsee vor. Der spricht von normalen Vorgängen.

Von Michael Mader

Walchsee –Schockierend. Das ist jenes Wort, dass Nationalrätin Carmen Schimane­k (FPÖ) nach dem Besuch der Gemeinderatssitzung am Montag in Walchsee einfällt. „Es ging in dieser Sitzung unter anderem um einen Pferde­unterstellplatz, der ohn­e Baubewilligung und ohne die dazugehörige Widmung einfach in die Landschaft gesetzt wurde“, erklärt Schimanek. Sie zeigt sich empört darüber, dass der Bürgermeister das Projekt absolut ohne Unrechtsbewusstsein mit den Worten „Im Zuge der Endabnahme werden wir das im Nachhinein schon richten“ einer Lösung zuführen möchte. Die ÖVP-Dorfkaisermentalität gehöre aus den Köpfen der Bürgermeister.

Bürgermeister Dieter Wittlinger (Gemeinsame Walchseer Liste) lässt sich das nicht gefallen: „Der Vorwurf von Schimanek ist eine Frechheit. Natürlich habe ich mit dem Errichter des Pferde­unterstellplatzes bereits gesprochen und ihn darauf hingewiesen, dass es sich um einen Schwarzbau handelt. Jetzt muss er sich mit dem Raumplaner in Verbindung setzen. Braucht es dafür eine Widmungsänderung, dann wird der Gemeinderat damit befasst.“

Rechtmäßig errichtet wurden laut Bürgermeiste­r lediglich überdachte Abschlagplätze mit Caddy- und Trainerraum auf der Sonderfläche Golfplatz. „Ich habe bei der Gemeinderatssitzung nur gesagt, dass im Zuge der Baufertigstellung für diese Anlage auch der Pferdestall einer Bewilligung zugeführt werden soll“, rechtfertigt sich Wittlinger.

Schimanek lässt aber nicht locker: „Es sei also der Bezirkshauptmannschaft, besonders der Gemeindeaufsicht und der Abteilung für Raumordnung geraten, hier in Walchsee genauer nachzuschauen.“

Errichter und Golfplatz­betreiber Leonhard Astl sieht kein großes Problem: „Das ist passiert, ich habe mir nichts gedacht. Die gleiche Firma, die das Abschlaghaus errichtet, hat auch Pferdeboxen. Die habe ich dann für die Pferde meiner Tochter und für Gäste-­Pferde gleich mitaufstellen lassen und wollte das nach Fertigstellung verhandeln.“ Die Pferdeboxen hätten nicht einmal ein Fundament. Astl: „Ich habe nicht gewusst, dass ich das nicht darf.“