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Deutsche Post macht Post AG massive Konkurrenz bei Paketen

(Symbolfoto)
© Mühlanger

Die Deutsche will der Österreichischen Post ein erhebliches Stück vom Onlinehandel streitig machen.

Wien – Die Deutsche Post steigt in den österreichischen Paketmarkt mit einem dreistelligen Millionenbetrag ein, kündigte das deutsche Unternehmen am Dienstag in Bonn an. Damit wurde wahr, was der Chef der Österreichischen Post AG, Georg Pölzl, bei der Präsentation der Halbjahreszahlen befürchtet hatte. Starten will die Deutsche Post am 1. September, die Zentrale in Wien gebe es bereits, so die Deutschen.

Die Deutsche Post ist ein wichtiger Geschäftspartner der Österreicher, denn ein erheblicher Teil des Onlinehandels kommt aus Deutschland. Die Deutschen liefern bisher bis zur Grenze, dann übernehmen die Österreicher. Der wichtigste Versandhändler für Österreich, das US-Unternehmen Amazon, liefert von Deutschland aus.

„Nach den Benelux-Ländern, Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei erschließt der im letzten Jahr ins Leben gerufene europäische Paketbereich von Deutsche Post DHL Group mit Österreich ein weiteres Land mit großem E-Commerce-Potenzial“, so die Deutsche Post in einer Aussendung. Online-Einkäufe aus Deutschland sollen dann durchschnittlich einen Tag nach dem Versand beim Empfänger in Österreich eintreffen.

„Wollen klare Nummer 2 werden“

„Wir wollen klare Nummer 2 werden“ – und das bis Jahresende, so DHL-Sprecherin Dunja Kuhlmann. Allerdings wird die Post noch einige Monate die Zustellung von Paketen aus Deutschland teilweise übernehmen.

„Es wird eine Übergangsphase geben, aber ab Jahresbeginn 2016 planen wir, die Pakete in Österreich über unser eigenes Netzwerk zuzustellen“, so Kuhlmann. Für Details sei es zwei Wochen vor dem eigentlichen Marktstart aber noch zu früh. Die Zustellung von Paketen von Amazon, Zalando, Otto und Co will DHL jedenfalls flächendeckend garantieren, ein „Rosinenpicken“ nur in den lukrativen Ballungsräumen werde es nicht geben.

Wie viele Mitarbeiter DHL Österreich dann haben wird, ist noch offen. Fix ist, dass die Unternehmenszentrale in der Clemens Holzmeister-Straße im 10. Wiener Gemeindebezirk stehen wird.

Die Österreichische Post befindet sich noch zur Hälfte in Staatsbesitz und ist ihrerseits in Deutschland im Paketbereich aktiv – allerdings läuft das Geschäft der dortigen trans-o-flex mehr schlecht als recht. Einen Verkauf hat Pölzl zuletzt nicht ausgeschlossen. (APA)