Leitbörsen in Fernost schließen schwächer

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag einhellig negativ geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor 0,32 Prozent a...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag einhellig negativ geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor 0,32 Prozent auf 20.554,47 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 1,43 Prozent auf 23.474,97 Einheiten. Der Shanghai Composite brach um 6,15 Prozent auf 3.748,16 Punkte ein.

Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich mit negativer Tendenz. Der Sensex 30 in Mumbai schloss bei 27.831,54 Zählern mit minus 0,17 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel 1,10 Prozent auf 5.309,40 Einheiten.

Nach den schwachen Konjunkturdaten für Japan, die gestern veröffentlicht wurden, scheint der Erfolg des Konjunkturprogramms „Abenomics“ vorerst in Stocken geraten zu sein. Investoren warten nun ab, wie die japanische Regierung weiter vorgehen wird.

Geldpolitische Maßnahmen hält Etsuro Honda, ökonomischer Berater des Premierministers Shinzo Abe, nicht für die ideale Antwort auf die jüngste Entwicklung. Er rät zu einem 3,5 Billionen Yen schweren Konjunkturpaket, das die Konsumnachfrage ankurbeln soll. Weitere fiskalpolitische Interventionen hatte der Wirtschaftsminister am Montag allerdings nicht in Aussicht gestellt.

Auf Unternehmensseite gab es Neuigkeiten zu Toyota. Der japanische Autokonzern gab am Dienstag nach Börsenschluss bekannt, keine Autos mehr in dem Werk im ostrussischen Wladiwostok herstellen zu wollen. Dort hatte das Unternehmen zusammen mit der japanischen Handelsfirma Mitsui und dem russischen Autobauer Sollers monatlich etwa 1030 Prado-Geländewagen gefertigt. Die Aktien von Toyota hatten vor Bekanntwerden der Nachricht um 0,44 Prozent höher bei 7.967 Yen geschlossen.

Der Aktienmarkt in Indien steht derzeit unter dem Eindruck von zwei Phänomenen. Zum einen fällt der Monsun heuer deutlich schwächer aus. Dies schürt Sorgen über die Versorgungssituation im Land.

Weiters beeinträchtigen die niedrigen Rohstoffpreise börsennotierte Unternehmen in Indien: Die Aktie von Coal India, einem der weltweit größten Treibstoffhersteller, verlor 4,29 Prozent und der Kurs des Kupfer- und Aluminiumherstellers Hindalco sank um 2,32 Prozent.

Investoren in China haben ihre Erwartung an weitere staatliche Impulse etwas zurückgeschraubt, nachdem gestern Daten über steigende Immobilien- und Mietpreise publiziert wurden. Diese könnte eine Überhitzung des Marktes andeuten und die Regierung vorsichtiger werden lassen, was konjunkturstützende Maßnahmen angeht.

Das ebenfalls stark vom Rohstoff- und Minengeschäft abhängige Australien versucht nach dem Preisverfall in diesem Sektor weiter mit lockerer Geldpolitik andere Branchen zu stärken. Rohstoffwerte zeigten sich an der Börse in Sydney am Dienstag schwächer: BHP Billiton verloren 0,87 Prozent und Rio Tinto gaben um 0,59 Prozent nach.