Palästinenser wieder bei Bewusstsein - Will Hungerstreik fortsetzen
Jerusalem (APA/dpa/AFP) - Ein seit mehr als zwei Monaten hungerstreikender Palästinenser ist wieder bei Bewusstsein und will seinen Protest ...
Jerusalem (APA/dpa/AFP) - Ein seit mehr als zwei Monaten hungerstreikender Palästinenser ist wieder bei Bewusstsein und will seinen Protest fortsetzen und ihn sogar verschärfen, sofern Israel nicht binnen 24 Stunden seinen Fall regelt. Der Rechtsanwalt Mohammed Allaan habe von den Ärzten verlangt, jegliche stabilisierende Behandlung abzusetzen, berichtete die Nachrichtenseite ynet am Dienstag.
Der 31-Jährige habe seinen Ärzten gesagt, dass er aufhören werde zu trinken und den Stopp jeder Behandlung fordern werde, wenn Israel nicht innerhalb von 24 Stunden eine Lösung für ihn finde. Allaan liegt seit einer Woche auf der Intensivstation des Barsilai-Krankenhauses in der israelischen Küstenstadt Ashkelon.
Ein Arzt hatte am Montag gesagt, dass der Häftling eine Wiederaufnahme seines Hungerstreiks nach dem Erwachen aus dem Koma wahrscheinlich nicht überleben werde. Er hatte am Freitag das Bewusstsein verloren und wurde durch Flüssigkeits- und Salzzufuhr stabilisiert. Bisher verweigerten die Ärzte aus ethischen Gründen eine Zwangsernährung, die nach einer Gesetzesänderung in Israel zulässig wäre.
Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Jihad warnte Israel, sollte der Häftling sterben, werde es neue Angriffe und ein Ende der Waffenruhe geben. Das Höchste Gericht in Jerusalem wollte am Mittwoch über eine mögliche Freilassung Allaans beraten. Der Häftling hatte nach Medienberichten einen israelischen Vorschlag zurückgewiesen, im Gegenzug für seine Freilassung vier Jahre lang ins Exil zu gehen.
Der seit November ohne offizielle Anklage inhaftierte Allaan protestiert mit dem Hungerstreik gegen seine sogenannte Administrativhaft. Sie ermöglicht es Israel, Terrorverdächtige sechs Monate ohne Anklage festzuhalten.
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