Südsudans Informationsminister lehnt Friedensabkommen ab

Juba (APA/AFP) - Ein Mitglied der Regierung des Südsudan hat sich vehement gegen das noch nicht unterzeichnete Friedensabkommen mit den Aufs...

Juba (APA/AFP) - Ein Mitglied der Regierung des Südsudan hat sich vehement gegen das noch nicht unterzeichnete Friedensabkommen mit den Aufständischen ausgesprochen. Die am Montag in Äthiopien ausgehandelte Vereinbarung sei „ein Ausverkauf, und wir werden sie nicht akzeptieren“, sagte Informationsminister Michael Makuei am Dienstag vor Journalisten in Juba.

Im Gegensatz zum Rebellenführer Riek Machar unterzeichnete Präsident Salva Kiir das Abkommen bisher nicht und erbat sich zwei Wochen Bedenkzeit.

Die Regierung in Juba steht unter starken Druck, das in Addis Abeba ausgehandelte Abkommen zu akzeptieren. Der Generalsekretär der Regierungspartei, Pagan Amum, und der Rebellenführer Machar hatten am Montag die Vereinbarung in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba unterzeichnet. Präsident Kiir wohnte der Unterzeichnung bei, nachdem er seinem einstigen Stellvertreter und Rivalen Machar kurz die Hand geschüttelt hatte. Allerdings unterzeichnete die Regierung die Vereinbarung nicht, sondern erbat sich noch zwei Wochen Bedenkzeit.

Die regionalen Vermittler, die von US-Präsident Barack Obama unterstützt werden, hatten den Konfliktparteien ein Ultimatum bis Montag gesetzt. Die USA hatten die Abspaltung des Südsudan vom Sudan im Juli 2011 unterstützt und setzen sich seitdem dafür ein, ein Scheitern des jungen Staates zu verhindern. Ein US-Außenamtssprecher warnte am Montag, sollte Kiir das Abkommen nicht binnen zwei Wochen unterzeichnen, drohten ihm Sanktionen.

Im Südsudan war im Dezember 2013 der Machtkampf zwischen Kiir und Machar blutig eskaliert. Seitdem versinkt der schwach entwickelte Staat in einer Spirale der Gewalt, zehntausende Menschen wurden bereits getötet. Viele Zivilisten wurden Opfer ethnisch motivierter Massaker und Vergewaltigungen. Schon mehrmals wurden unter internationalem Druck Waffenruhen vereinbart - nur um Tage oder schon Stunden später wieder gebrochen zu werden. Laut den Hilfsorganisationen Care und Oxfam sind im Südsudan etwa 4,6 Millionen Menschen von Hunger bedroht.