Flüchtlinge - UNHCR: Nachbarländer Syriens brauchen finanzielle Hilfe
Wien/Genf (APA) - Die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Melissa Fleming, hat sich am Dienstagabend in der ORF-“ZiB2“ ...
Wien/Genf (APA) - Die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Melissa Fleming, hat sich am Dienstagabend in der ORF-“ZiB2“ für finanzielle Hilfen für die Nachbarländer des Bürgerkriegslands Syrien stark gemacht. Zugleich sprach sie sich für eine Angleichung der Asylsysteme innerhalb der EU sowie mehr legale Einreisemöglichkeiten und eine größere Aufnahmebereitschaft in Europa aus.
Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge suchten vor allem aufgrund der schlechten Lage in der Region Zuflucht in Europa: In den Nachbarländern sei die Unterbringungslage nicht gut. Deshalb plädierte Fleming dafür, jenen Länder in der Region finanziell unter die Arme zu greifen. Denn solange sich diese schlechte Lage für die syrischen Flüchtlinge aufgrund knapper Geldmittel dort nicht ändere, würden mehr und mehr Menschen in Europa Zuflucht suchen, zeigte sich die UNHCR-Sprecherin überzeugt.
Zum Vorschlag Deutschlands, ein EU-Paket in Höhe von zehn Milliarden Euro für die Nachbarländer Syriens zu schnüren, sagte Fleming: „Das würden wir sehr begrüßen. Eigentlich war das unser Appell seit Jahren“, erklärte sie. Ein Viertel der Einwohner im Libanon bestehe derzeit aus Flüchtlingen. „Das Land hat ziemlich wenig Hilfe bekommen, die Infrastruktur ist einfach am zerbrechen. Die brauchen unsere Hilfe.“ Neben finanzieller Hilfe müsse es aber auch andere unterstützende Maßnahmen geben: Dazu zählten mehr legale Möglichkeiten für Flüchtlinge, um sicher nach Europa zu kommen, sowie eine weitaus größere Aufnahmebereitschaft innerhalb der EU.
Die EU betreffend sprach sich Fleming für eine Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedstaaten aus. Zudem betonte sie, dass es eine Angleichung der Asylsysteme innerhalb der EU brauche. Derzeit sei das Flüchtlingsdasein in der EU „wie Asyl a la carte“, erklärte sie. Es gebe Länder, in denen es gute Strukturen und Chancen auf Asyl gebe - wie etwa in Österreich - und demgegenüber gebe es Länder, wo dies nicht der Fall sei. „Bis wir das (den Ausgleich, Anm.) nicht haben, wird es turbulent bleiben“, zeigte sich Fleming überzeugt.
~ WEB http://www.unhcr.org ~ APA528 2015-08-18/23:17
Kommentare