Bezirk Imst

Offensive in Technik und Tourismus

Das AMS fördert den heute startenden Qualifizierungsverbund im Ötztal und FiT, Frauen in die Technik.

Imst –Zuletzt war die Anzahl der Schulungsteilnehmer im Bezirk Imst um knapp 16 Prozent zurückgegangen, berichtete AMS-Leiter Erwin Klinger im Rahmen der Halbjahresbilanz. „Bei den Fördermitteln wurden 15 Prozent bundesweit eingespart“, erklärte Klinger. Statt 1,1 Millionen Euro habe das Imster AMS heuer nur 950.000 Euro zur Verfügung. „522.500 Euro an Weiterbildungsgeld haben wir heuer bereits ausgezahlt“, erläutert der Imster AMS-Finanzchef Charly Friskovec, dazu kamen 217.000 Euro an Fachkräftestipendien. „Die sind aber ab 2016 nicht mehr leistbar“, so der AMS-Mitarbeiter.

„Wir setzen aber verstärkt auf Spezialprogramme für Wiedereinsteigerinnen oder auch das FiT, Frauen in die Technik“, erklärt Klinger.

Ein bislang erfolgreiches AMS-Förderprogramm zur Qualifizierung von Mitarbeitern geht in die nächste Runde: Im Hotel Bergland in Sölden findet dazu heute um 14 Uhr der Auftakt zum „Qualifizierungsverbund Tourismusregion Ötztal“ statt. Im Jahr 2003 hatten sich interessierte Hotels zusammengeschlossen, um gemeinsam Schulungen für ihre Mitarbeiter zu organisieren. Mittlerweile wurden in 200 Veranstaltungen 1800 Teilnehmer weitergebildet. „In unserer Branche ist die Fluktuation relativ hoch“, erklärt die Sölder Hotelierin Elisabeth Grüner, „trotzdem ist es für uns wichtig, den Qualitätsstandard immer hoch zu halten und laufend zu verbessern. Das ist nur durch laufende Weiterbildung möglich.“ Die Inhalte der Schulungen seien auf die Bedürfnisse der Branche abgestimmt und würden von den Betrieben selbst festgelegt, heißt es seitens des AMS. Grüner ergänzt, das man sich „mit anderen Tourismusbetrieben über Trends“ austausche – „so hilft man sich gegenseitig“. Die Schulungskosten werden zu 50 Prozent und die Personalkosten ebenfalls mit 50 Prozent ab der 33. Schulungsstunde vom AMS getragen.

Noch diese Woche läuft in Imst ein anderes Programm, das vom AMS unterstützt wird: FiT-Kurse sollen für Mädchen und Frauen ein Sprungbrett in eine technische Karriere bieten. Tirolweit, so Seminarleiterin Christine Bögöthy, wollen derzeit 62 Frauen in die Technik (FiT).

Immer noch ist jeder zweite weibliche Lehrling in den Berufen Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau zu finden. „Frauen und technische Berufe, das ist kein Widerspruch“, betont die Imster AMS-Vizechefin Luise Mungenast. Frauen würden einen anderen Geist ins technische Umfeld bringen und würden so Kommunikation, Ideenfindung und Teamwork fördern. „Heute ist es immer noch ungewöhnlich, wenn Frauen technische Berufe ausüben, doch das ändert sich immer mehr“, betont Mungenast die Rolle der FiT-Kurse.

Bis 2014 haben 21 Frauen das FiT-Programm absolviert und eine mehrjährige berufliche Ausbildung abgeschlossen, darunter Greenkeeperin, Maschinenbautechnikerin oder Seilbahntechnikerin – drei Frauen besuchten auch das Imster IT Kolleg, betont Bögöthy den Willen zur Weiterbildung. (TT, pascal)