Asyl - Wien bietet Bund Übernahme des Quartiers in Erdberg an

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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA202 vom 19.08.2015 muss es im letzten Satz des letzten Absatzes richtig heißen: „...in Traiskirchen eingesetzt werden könnten.“ (nicht: in Erdberg) --------------------------------------------------------------------- ~ Wien (APA) - Wien hat dem Innenministerium angeboten, die Verwaltung des Asyl-Bundesquartiers in Erdberg zu übernehmen. Dies wäre „ab sofort“ möglich, berichtete die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Ein entsprechendes Schreiben an den Bund sei bereits ergangen.

Wehsely nannte unter anderem die Situation im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen als Anlass für den Vorschlag. Die Betreuung dort sei sichtlich „keine gute“. Und es sei jene Sicherheitsfirma (ORS, Anm.) dort im Einsatz, die auch in Erdberg tätig sei. Auch Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) übte gegenüber dem Ö1-“Morgenjournal“ Kritik an dem Modell: „Ich glaube nicht, dass man einer privaten Sicherheitsfirma die Betreuung von Flüchtlingen überlassen soll.“

„In Wien würden wir in der Qualität, die wir immer anlegen, die Betreuung übernehmen“, versprach Wehsely im APA-Interview. Das bedeute: Man würde mit NGOs, mit denen man in Wien sehr gute Erfahrungen gemacht habe, zusammenarbeiten - und nicht mit internationalen Konzernen, „denen es darum geht, dass sie Gewinne machen“, erläuterte die Ressortchefin das Angebot.

„Derzeit sind 485 Menschen, davon 252 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, in Erdberg“, verwies Wehsely auf die aktuelle Situation. Zunächst sei angedacht - falls der Bund das Angebot annimmt - die Lage zu sichten und dann vor allem die jüngeren Asylwerber in kleinere Quartiere zu übersiedeln: „Wo es darum geht, dass man sie betreut und nicht nur aufbewahrt.“

Laut der Stadträtin könnten die jungen Flüchtlinge in 20 Wohngruppen untergebracht werden. Organisatorisch wäre dies bereits geklärt. Die frei werdenden Plätze könnten mit obdachlosen Menschen aus dem Lager in Traiskirchen besetzt werden. Die als Übergangsquartier in der ehemaligen Zollamtsschule eingerichtete Unterkunft in Erdberg würde somit vorerst jedenfalls weiter bestehen: „Wir haben in Wien an sich zwar keine Quartiere über 80 Personen, aber ein Dach über dem Kopf ist ein Dach über dem Kopf.“

Nach Ansicht der Stadt wäre die Übernahme auch noch aus einem anderen Grund für Traiskirchen vorteilhaft: Sollte die Einrichtung in die Wiener Zuständigkeit wechseln, würden bei der Betreuungsfirma ORS möglicherweise Kapazitäten frei werden, die dann in Traiskirchen eingesetzt werden könnten, legte Wehsely dem Ministerium die Annahme des Vorschlags nahe.

(B I L D A V I S O - Fotos der Bundeseinrichtung in Wien-Erdberg sind im AOM zu finden.)