Milch-Werbung: Gabalier kontert Bauernbund und will Entschuldigung
Bauernschlau? Weil er für eine deutsche Milch-Firma wirbt, wurde Musiker Andreas Gabalier seitens des Bauernbundes an den Pranger gestellt. Nach Tagen des Schweigens äußerte sich der Steirer nun zu den Vorwürfen und macht seinem Ärger deutlich Luft. Er fordert eine öffentliche Entschuldigung.
Innsbruck — Ein Werbe-Deal zwischen Volksmusiker Andreas Gabalier und dem deutschen Milchkonzern Müller lässt den österreichischen Bauernbund toben, die TT berichtete. In einem Facebook-Posting echauffierten sich die Landwirte am Wochenende über die Milch-Werbung, die so rein gar nicht zum gelebten Patriotismus des steirischen Schlagersängers passe. „Der gestandene Patriot Andreas Gabalier trinkt also Milch. Aber wenn's ums Geld geht, am liebsten deutsche Industriemilch“, hieß es unter anderem.
Seit Veröffentlichung des Postings ist eine hitzige Debatte in sozialen Netzwerken entbrannt. Vier Tage danach hat Andreas Gabalier selbst nun sein Schweigen gebrochen und sich am Mittwoch zu den Anfeindungen gegen seine Person geäußert. In Form eines offenen Briefes meldete sich der Volks-Rock'n'Roller auf seiner Facebook-Seite ausführlich zu Wort. Schon der Betreff „Bauernschlau???“ lässt erahnen: Der 30-Jährige will die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen.
„Erwarte eine offizielle Entschuldigung“
In dem Schreiben beschwert sich Gabalier über die Verunglimpfung seiner Person und die darauffolgenden Berichte über den „Bauernkrieg“ bzw. den „Bauernaufstand“. Hunderte Bauern hätten sich demnach in E-Mails und Nachrichten erbost über die Aussagen des Bauernbundes geäußert. Eine Erklärung, warum er Werbung für Müller-Milch mache, hat der Musiker ebenfalls parat. Demnach impliziere ein Erfolg in Deutschland auch die Zusammenarbeit mit dort ansässigen Partnerfirmen.
Andreas Gabalier macht außerdem deutlich, wie sehr er bislang für seine Heimat eingetreten ist und fordert eine offizielle Entschuldigung, „wie es sich unter Bauern gehört.“ An die Agrarier gerichtet lässt der Steirer am Ende mit Nachdruck wissen: „Weil ich immer zu euch Bauern stehen werde!“
Mittlerweile (Stand: Mittwochnachmittag) wurde der offene Brief bereits fast 2000 Mal auf Facebook geteilt. Unter dem Posting liefern sich Fans und Kritiker abermals eine hitzige Diskussion pro/contra Gabalier. Der Großteil der Kommentatoren stellt sich allerdings hinter den Musiker. „Das ist der Neid! Leider können sich bei uns Menschen über den Erfolg anderer nicht freuen“, heißt es in einem der Top-Kommentare. Ein weiterer Facebook-Nutzer meint: „Ich liebe es, wie du damit umgehst und dir treu bleibst, Andreas, lass dich nicht beirren und bleib wie du bist, denn dafür lieben wir dich.“
Ob und wann mit einer Entschuldigung des Bauernbundes zu rechnen ist, steht noch in den Sternen. (tst)
Der Brief im Wortlaut:
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