Gabriel muss demnächst über Panzerfusion KMW/Nexter entscheiden

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss in nächster Zeit entscheiden, ob er der geplanten deutsch-franzö...

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss in nächster Zeit entscheiden, ob er der geplanten deutsch-französischen Fusion der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Nexter zustimmt. Das Vorhaben sei am 10. August angemeldet worden, erklärte Gabriels Ministerium am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage.

Wenn der Minister nicht innerhalb eines Monats Bedenken gegen das Projekt wegen einer Gefährdung „wesentlicher Sicherheitsinteressen des Bundesrepublik Deutschland“ äußert, gilt es als freigegeben. Gabriel kann aber auch eine vertiefte Prüfung anordnen. Dann hat er weitere zwei Monate Zeit für eine Entscheidung.

Zu den Aussichten für ein Ja zu der Fusion wollte sich das Ministerium nicht äußern. „Die angestrebte Fusion (...) ist eine unternehmerische Entscheidung“, hieß es lediglich. Allerdings gilt es unter Experten als wenig wahrscheinlich, dass Gabriel das Vorhaben stoppt. Schließlich hatte die deutsche Regierung erst kürzlich in einem Strategiepapier für eine stärkere Zusammenarbeit in der deutschen und europäischen Rüstungsindustrie bis hin zum Zusammengehen von Branchenfirmen plädiert. Die Fusion wird darüber hinaus derzeit noch vom deutschen Bundeskartellamt geprüft, wo sie am 5. August angemeldet wurde.

Der deutsche Panzerbauer KMW und sein französischer Rivale Nexter hatten Ende Juli in Paris nach langen Verhandlungen eine Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Danach sollen die beiden Firmen unter dem Dach einer gemeinsamen Holding zusammengefasst werden. Durch den Zusammenschluss entsteht eine Rüstungsschmiede mit fast 2 Mrd. Euro Jahresumsatz und rund 6.000 Mitarbeitern.


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