Wirbel um Gratis-Kinderskikurs
Der TVB Silberregion Karwendel verrechnet heuer erstmals 10 Euro pro Kind und Skikurs. Eine direkte Weiterverrechnung an den Gast will der TVB unter Strafe stellen. Die Gebühr soll in den Zimmerpreis fließen.
Von Angela Dähling
Schwaz –Ein Schreiben vom Tourismusverband Silberregion Karwendel sorgt derzeit für Aufregung bei etlichen Vermietern. Denn darin ist zu lesen, dass im kommenden Winter erstmals für den vom TVB finanzierten, kostenlosen Kinderskikurs für Gästekinder auch der Vermieter zur Kasse gebeten werden soll. Zehn Euro pro Skikurs und Kind wird der TVB den Betrieben in Rechnung stellen. 20 Euro werden es in der Silvesterwoche sein. Der Betrag sei in die Unterkunftspreise einzukalkulieren.
In dem Brief heißt es weiter: „Es soll unter keinen Umständen vorkommen, dass dem Gast der Kostenbeitrag von euch extra verrechnet oder ausgewiesen wird – schließlich wird ein kostenloser Skikurs beworben.“ Wer sich nicht daran hält, wird mit einer satten „Strafzahlung“ zur Kasse gebeten, heißt es doch weiter: „Bei direkter Kommunikation und Verrechnung des Beitrags an den Gast werden vom Tourismusverband 100 % der Skikurskosten an euch weiterverrechnet. Jeder weitere Fall bedeutet eine Zuzahlung in Höhe von 200 %.“
TVB-Obmann Peter Unterlechner beziffert den tatsächlichen Wert des Skikurses mit ca. 160 Euro. Die Infos seien nicht neu, bereits am 17. und am 23. Dezember 2014 seien die Vermieter schriftlich darüber informiert worden, sagt TVB-GF Markus Schmidt.
„Das sehe ich nicht ein. Ich wurde nicht informiert, und die Angebote stehen längst bzw. sind schon gebucht“, behauptet einer der Vermieter verärgert, den die TT gestern kontaktiert hat. „Einen Gratis-Skikurs anbieten und hintenrum verlangen, das sind ja Zustände wie im Mittelalter. Es herrscht freie Marktwirtschaft, der TVB kann uns nicht die Preise vorschreiben. Vor Gericht hält das nicht, ich habe darüber keinen Vertrag mit dem Verband“, schimpft ein anderer. „Mir wurde das schon vor Monaten mitgeteilt, aber viel teurer werde ich nicht. Ich bin froh, dass die Gäste wegen des Angebotes überhaupt kommen“, meint ein Dritter.
Laut TVB-Obmann Unterlechner gab es seitens jener Mitglieder, die von den Kursen nicht profitierten, harsche Kritik an dem Gratis-Angebot. Immerhin kosten die Skikurse den TVB rund 200.000 Euro. Jene, die sie nutzen, sollen nun einen Beitrag zahlen. „Zudem verramschen viele Vermieter unser Angebot. Da kostet die Unterkunft für die vierköpfige Familie weniger, als der Skikurs für die zwei Kinder kosten würde“, kritisiert Unterlechner. Ziel sei es laut Schmidt, die Wertschöpfung in der Region zu steigern, indem die Unterkunftspreise steigen. „Und der Beitrag von zehn Euro ist im Vergleich zum Wert von 160 Euro eine Lappalie“, ergänzt der Obmann. Der TVB agiere wie ein Reisebüro. „Wer mein Zimmer bei booking.com bucht, dem stelle ich im Nachhinein auch nicht die Vermittlungsgebühr in Rechnung“, argumentiert er. Mit der Strafzahlung wolle man Vermietern, die das Angebot nutzten, als hätte es keinen Wert, „die Rute ins Fenster stellen“.
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