Ukrainischem Regisseur droht auf Krim lange Haftstrafe
Moskau (APA/AFP) - Die russische Staatsanwaltschaft hat 23 Jahre Haft für den ukrainischen Filmregisseur Oleg Senzow wegen Terrorismus beant...
Moskau (APA/AFP) - Die russische Staatsanwaltschaft hat 23 Jahre Haft für den ukrainischen Filmregisseur Oleg Senzow wegen Terrorismus beantragt. Für den mitangeklagten ukrainischen Aktivisten Alexander Koltschenko wurden am Mittwoch in dem international kritisierten Prozess zwölf Jahre Haft verlangt.
Den beiden Männern wird vorgeworfen, im Mai 2014 das Büro einer pro-russischen Partei auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim in Brand gesetzt zu haben. Zudem sollen sie geplant haben, eine Lenin-Statue in Simferopol auf der Krim in die Luft zu sprengen.
Die Europäische Union und die USA haben die Freilassung der beiden Männer gefordert. Ihre Unterstützer bezeichneten die Vorwürfe als fabriziert. Obwohl sie nie die russische Staatsbürgerschaft beantragten, wird ihnen als Russen der Prozess gemacht. Jüngst richteten 15 bekannte europäische Filmemacher, darunter der Deutsche Wim Wenders und der Brite Ken Loach, ein Protestschreiben an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie äußerten sich darin „schockiert“, dass die Terrorvorwürfe weiterhin aufrechterhalten würden.
Nach Angaben von Anwälten der Angeklagten wurden Zeugen gefoltert, um sie zu Aussagen gegen Senzow und Koltschenko zu zwingen. Die Zeugen sollten Belege dafür liefern, dass die beiden Männer der rechtsextremen ukrainischen Gruppierung Rechter Sektor angehören. Zwei Zeugen, die sich weigerten auszusagen, wurden im Zusammenhang mit dem Fall zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Amnesty International erklärte im Juli, es gebe angesichts von Vorwürfen der Folter und überzogener Vorwürfe „ernsthafte Bedenken“, dass die Angeklagten einen fairen Prozess erhielten.
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