Salmonellen-Skandal - Möglicherweise zwei Tiroler gestorben

Regensburg/Wien (APA/dpa) - Durch salmonellenverseuchte Eier aus Bayern könnten nach neuen Ermittlungsergebnissen insgesamt zwei Tiroler ums...

Regensburg/Wien (APA/dpa) - Durch salmonellenverseuchte Eier aus Bayern könnten nach neuen Ermittlungsergebnissen insgesamt zwei Tiroler ums Leben gekommen sein. Ein 94-jähriger Österreicher starb im September, gab die Staatsanwaltschaft Regensburg am Mittwoch bekannt. Die heimische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hatte nach Bekanntwerden des Skandals bereits von einem 75-jährigen Todesopfer berichtet.

Der ehemalige Geschäftsführer des betroffenen Unternehmens Bayern-Ei wurde am Dienstag in U-Haft genommen, teilte die Staatsanwaltschaft in einer Aussendung mit. Darin hieß es weiter, in Österreich seien zwischen Juni und September des Vorjahres 78 Menschen nach dem Verzehr eierhaltiger Speisen an einer infektiösen Magen-Darm-Entzündung erkrankt. 25 Patienten mussten stationär behandelt werden, ein 94-jähriger Tiroler starb im September. Die Erkrankungen wurden durch denselben Salmonellentyp hervorgerufen, der auch bei Proben in dem niederbayerischen Unternehmen festgestellt wurde.

Bei den genannten Zahlen handelt es sich um bisherige Ermittlungsergebnisse, denen der jetzige Haftbefehl zugrunde liegt, erläuterte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg der APA. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass noch weitere Fälle aufgedeckt werden. Der Salmonellen-Ausbruch könnte laut Medienberichten in Europa insgesamt Hunderte Krankheitsfälle mit einem weiteren Todesopfer in Großbritannien ausgelöst haben.

Im Endbericht zur Ausbruchsabklärung der AGES waren in sieben heimischen Bundesländern insgesamt 151 Fälle erfasst worden. Darunter war ein 75-jähriger Tiroler, der in einem Altersheim lebte, und ebenfalls durch den Salmonellenausbruch in Bayern gestorben sein könnte. Der Zusammenhang sei aber nicht gesichert, wie es bei der AGES am Mittwoch auf APA-Nachfrage hieß. Der 94-Jährige befand sich demnach ebenfalls unter den 151 bekannten Fällen, wurde jedoch erst im Nachhinein als Todesfall registriert und wird von der Staatsanwaltschaft Regensburg derzeit offiziell als einziges Todesopfer geführt.

Dem Ex-Geschäftsführer von Bayern-Ei wird wegen der Erkrankungen in Österreich derzeit gefährliche Körperverletzung in 77 Fällen und ein Fall von Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit. Es bestehe der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte die Salmonellenkontamination kannte. Dennoch wurden die belasteten Eier weiter zum unmittelbaren Verzehr ausgeliefert.

Dem Unternehmer wird weiters gewerbsmäßiger Betrug in 256 Fällen vorgeworfen. Der 44-Jährige soll seine Großabnehmer bei 256 Verkäufen getäuscht haben, indem er die Salmonellen verschwieg und mangelfreie Ware versprach. Dadurch ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von mehr als drei Millionen Euro entstanden. Der Verkauf von Eiern aus dem Betrieb am Unternehmenssitz in Aiterhofen sowie in Aholming-Tabertshausen wurde Anfang August vorläufig behördlich untersagt.

Die Untersuchungshaft wurde wegen Fluchtgefahr verhängt. Dem Mann droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Unternehmen äußerte sich am Mittwoch nicht zu der Verhaftung des Geschäftsführers. Schon in den vergangenen Wochen hatte Bayern-Ei keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben.