Israel - Palästinenser in Haft erleidet nach Hungerstreik Hirnschaden

Jerusalem (APA/dpa) - In Israel hat nach zwei Monaten im Hungerstreik ein palästinensischer Häftling einen Hirnschaden erlitten. Israelische...

Jerusalem (APA/dpa) - In Israel hat nach zwei Monaten im Hungerstreik ein palästinensischer Häftling einen Hirnschaden erlitten. Israelische Medien berichteten am Mittwoch unter Berufung auf den Krankenhausleiter, Untersuchungen von Mohammed A. hätten dies ergeben. Es sei allerdings unklar, ob die durch Vitaminmangel verursachten Schäden nicht zu kurieren seien.

Der seit November ohne offizielle Anklage inhaftierte A. protestiert mit dem Hungerstreik gegen seine sogenannte Administrativhaft. Sie ermöglicht es Israel, Terrorverdächtige sechs Monate ohne Anklage festzuhalten. Die palästinensische Organisation „Islamischer Jihad“ droht mit neuen Angriffen, sollte er sterben.

Israels Staatsanwaltschaft hatte zuvor bei einer Gerichtsberatung angekündigt, man werde A. freilassen, sollten die Untersuchungen irreversible Hirnschäden bestätigen. A. wird vorgeworfen, Kontakt mit Terroristen gehabt zu haben.

A. liegt seit vergangener Woche auf der Intensivstation des Barzilai-Krankenhauses in Ashkelon. Er hatte am Freitag das Bewusstsein verloren und wurde durch Flüssigkeits- und Salzzufuhr stabilisiert. Bisher verweigerten die Ärzte eine Zwangsernährung, die nach einer Gesetzesänderung in Israel zulässig wäre.