Kufstein

Milchpreis: Stützung für Bauern gefordert

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Der Milchpreis ist im Keller: Am Kalkbichl-Hof in Breitenbach bringt der LK-Präsident ein Investitionspaket ins Spiel.

Von Brigitte Eberharter

Breitenbach –Am Kalkbichl-Hof in Breitenbach diskutierten Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger und seine Stellvertreterin Helga Brunschmid über die Wertschöpfung, mit der die Bauern seit Jahren zu kämpfen haben.

Von Jänner bis März 2014 betrug der Milchpreis 47 Cent pro Liter für beste Milchqualität, derzeit sind es 30 Cent. „Der Milchpreis-Verfall zieht nach sich, dass die Preise für Zuchtrinder ebenfalls nach unten gehen“, erklärt Jakob Hager, Vollerwerbsbauer am Kalkbichl-Hof, der den Hof von seinerzeit 3,5 Hektar Grünfläche (1968) auf mittlerweile 48 Hektar vergrößert hat und bei dem derzeit 48 Milchkühe, 15 Kalbinnen und 40 Jungtiere im Stall stehen.

„Vollerwerbsbauern, die konventionelle, gentechnikfreie Milchwirtschaft und Rinderzucht betreiben, sind auf Pachtflächen angewiesen“, erklärte Bezirkskammerobmann Johann Gwiggner. Aus diesem Grund gibt es im Bezirk auch noch keine brachliegenden Flächen von stillgelegten Landwirtschaften.

Seitens der Kammer wurde nun ein Innovationsberater angestellt, der zusammen mit den Bauersleuten die Ressourcen für den jeweiligen Betrieb erarbeiten soll.

Brundschmid gibt zu bedenken, dass Pachtflächen für Bergbauern schwer zu bewirtschaften sind, dass man für diese eher Erwerbskombinationen am Hof finden muss.

In der Vergangenheit hätten sich die Tiroler Bauern für die Qualitätsstrategie entschieden, doch bei den Konsumenten komme das offensichtlich noch immer nicht so an, sonst würde man derzeit historisch gesehen nicht den schlechtesten Milchpreis haben. Hechenberger fordert deshalb ein Investitionspaket für die Landwirtschaft, ähnlich, wie dies für die Wirtschaft beschlossen wurde. Handlungsbedarf sieht er auch bei den Handelsketten, die den meisten Rahm abschöpfen würden. Denn vom Verkaufspreis eines Liters Milch bleibe dem Bauern nur 25 Prozent.

Aufgrund der Tatsache, dass die privaten Kleinsennereien in den Regionen einen deutlich höheren Milchpreis bezahlen als die Tirol Milch, gibt Hechenberger zu, dass die in den vergangenen Jahren immer wieder propagierten Fusionierungen der Sennereien, aus heutiger Sicht, nicht richtig gewesen seien.