Promis helfen Flüchtlingen: „Möge der Shitstorm kommen“
Immer mehr deutsche Stars und Sternchen engagieren sich für Asylwerber und machen sich damit zur Zielscheibe von Hass-Kommentaren.
Von Ann-Kathrin Hipp
Berlin – Udo Lindenberg macht es. Didi Hallervorden macht es. Auch Joko Winterscheidt macht es. Und Til Schweiger macht es besonders intensiv. Deutschland debattiert über Flüchtlinge und sie alle mischen mit.
Auf der Flucht vor Krieg und Krisen erreichen derzeit immer mehr Flüchtlinge die europäische Grenze. Gleichzeitig erheben immer mehr Menschen ihre Stimme, um eben diese zu unterstützen. Auf prominenter Seite lässt es sich vor allem einer nicht nehmen, sich dauerhaft Gehör zu verschaffen: Til Schweiger. Der Schauspieler kündigte an, ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ zu bauen und wettert in den sozialen Medien gegen Politiker und Asylgegner. In der offensichtlichen Überzeugung, das Richtige zu tun, positioniert er sich, versucht aktiv Hilfe zu leisten.
Hass als Antwort auf Hilfsversuche
Doch es scheint, als könne der Schauspieler und Regisseur es vielen nicht recht machen, als seien Hass und Hohn die Antwort auf seinen Vorstoß. Ein PR-Coup, Machenschaften mit dubiosen Unternehmen und gespieltes Gutmenschentum werden ihm vorgeworfen, sein Bemühen als zu emotional, zu cholerisch und mediengeil eingeordnet. „Komisch, dass Du jetzt zur Zeit so aktiv bist, läuft die Werbung für die Filme nicht so?“, schreibt ein Mann auf Schweigers Facebook-Seite und erntet dafür über tausend „Gefällt-mir“-Angaben.
Nicht nur Schweiger engagiert sich, nicht nur Schweiger beschäftigen die Hass-Kommentare. Die Welt der Prominenten hat gelernt, dass sie mit ihrem Flüchtlings-Appell nicht nur Freunde gewinnt. „Möge es einen Shitstorm gegen mich geben“, schrieb Joko Winterscheidt erst kürzlich auf seiner Facebook-Seite, als er dafür warb, eine Flüchtlingsorganisation zu unterstützen.
Foodtruck und ein Willkommens-Lied
Sie helfen trotzdem. Musikstars, Filmschauspieler und TV-Leute engagieren sich für die Neuankömmlinge. Mal tatkräftig, mal künstlerisch, aber immer im Bewusstsein, sich damit auch zur Zielscheibe der Asylgegner zu machen.
Die Produktionsfirma von Regisseur Wim Wenders verteilte vor einer Behörde in Berlin mit einem Foodtruck Essen an Flüchtlinge. Die Kabarettisten Dieter Hallervorden und Eckart von Hirschhausen sowie Fernsehmoderator Jörg Thadeusz unterstützten eine Willkommensinitiative. Und Alt-Star Udo Lindenberg gießt sein Engagement sogar in Liedform. „Komm, wir werden Freunde, bist jetzt bei uns zu Hause, keiner schmeißt dich je wieder raus“, singt er.
Promis helfen Flüchtlingen
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