Hundefreund sieht sich in sozialen Medien verfolgt
Mit heftigen Vorwürfen wegen ihrer Hundehaltung ist eine Familie in St. Anton konfrontiert. Die Betroffenen weisen die Kritik vehement zurück.
St. Anton am Arlberg –Florian Hafele aus dem Kaunertal ist vorigen Dezember mit seinen Eltern aus dem Kaunertal nach St. Anton gezogen. Das große Steckenpferd der Familie sind Hunde. Im Juni holten die Hafeles ihre sechs Hounds – eine Mischung aus Husky und Jagdhund – nach St. Anton. Die Vierbeiner werden im Freien gehalten. „Ein Unwetter hat unser Gehege im Kaunertal zerstört“, schilderte Florian Hafele.
Zunächst verlief in St. Anton alles vielversprechend: Die Hundehalter pachteten ein 750 Quadratmeter großes Grundstück außerhalb des Ortes. Vom Bürgermeister gab es eine Zusage zur Errichtung eines Zwingers. Florian und dessen Vater machten sich sofort daran, das Gehege zu bauen. Vom Tourismusverband gab es anfangs sogar Überlegungen, die Vierbeiner in das touristische Angebot des Dorfes einzubinden.
Doch bald kursierte heftige Kritik in sozialen Medien. Die Vorwürfe gegenüber den Hundebesitzern reichten von mangelnder Fütterung und nicht artgerechter Tierhaltung bis zu starker Verschmutzung der Zwinger und zu wenig Auslauf. „Bis die Zwinger fertig waren, musste ich die Hunde in Flyboxen halten. Aber sonst war alles in Ordnung und es hat keinen Anlass gegeben, mich derart durch den Dreck zu ziehen“, sagte Florian Hafele.
Die Hunde hätten genügend Auslauf, würden täglich ausreichend gefüttert und die Zwinger würden regelmäßig gereinigt, beteuert der junge Mann. Die Kritik ging so weit, dass er als Tierquäler beschimpft wurde. „Die Anschuldigungen waren massiv und weit unter der Gürtellinie“, schilderte er empört.
Vergangenen Montag kontaktierte er einen Fachmann. Der Imster Amtstierarzt Gerold Auer führte vor Ort eine Kontrolle durch. Er stellte fest, dass der Bau, der aus einer Notlage errichtet wurde, weitgehend den Vorschriften entspreche und so gestaltet sei, dass keine Verletzungsgefahr bestehe. Der Ernährungszustand der Hunde sei gut, die Zwinger gut gereinigt, Wasser ausreichend bereitgestellt. Der Amtstierarzt habe lediglich bemängelt, dass die Krallen der Tiere zu schneiden wären und die Hundehütten bis zum Winter isoliert werden müsse.
Von der Gemeinde habe es eine Zusage zur Errichtung eines Zauns, aber nicht für den bestehenden Bau gegeben, sagt Bürgermeister Helmut Mall. Man habe der Familie Hafele mehrere Fristen eingeräumt, die Holzbauten zu entfernen. Daran gebe es nichts zu rütteln. Die massiven Vorwürfe gegen die Hundehalter in den sozialen Medien hätten auch ihn zutiefst erschüttert und seien entschieden abzulehnen, so Mall. „Wir werden schauen, wie es mit den Hunden weitergeht. Ich schließe nicht aus, dass wir sie in letzter Konsequenz ins Tierheim geben müssen“, so Florian Hafele. (psch)
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