Debatte über Handelsstadt spitzt sich zu
Soll auf Landecks Pendlerparkplatz ein Handelsbetrieb entstehen? Laut Bürgermeister fallen die Würfel am 17. September im Gemeinderat.
Landeck, Zams –Wie von Stadtchef Wolfgang Jörg angekündigt, war Landecks Rathaussaal am Mittwochabend Schauplatz einer nichtöffentlichen Sitzung zur umstrittenen Betriebsansiedlung eines Spar-Marktes für Lebensmittel und Sportartikel. Neben den Mandataren meldeten sich zahlreiche Interessenvertreter zu Wort – von der Wirtschaftskammer, Bürgerinitiative, Leistungsgemeinschaft bis zu Managern des Projektwerbers Spar.
„Landeck soll seine Tradition als Handelsstadt weiterentwickeln und sich als starke Einkaufsdestination positionieren“, erklärte Landecks Wirtschaftskammerchef Toni Prantauer am Donnerstag. Neben dem Handelsschwerpunkt in der Innenstadt seien zusätzliche Geschäfte in den Randzonen nötig. „Wir haben an die Stadtpolitik plädiert, auf eine schnelle Entscheidung zu verzichten. Vielmehr sollte man sich das Entwicklungskonzept anschauen, das ein einheimischer Handelsbetrieb demnächst vorlegen will“, sagte Prantauer.
„Wir stehen für Fortschritt und Weiterentwicklung von Landeck“, hob Kaufleute-Obmann Martin Winkler am Tag nach der Rathaus-Debatte hervor. Rückblickend auf die vergangenen 20 Jahre könne er die Aktivitäten der Stadtpolitik zur Förderung des Wirtschaftsklimas nicht unbedingt loben. „Das Kaufverhalten der Konsumenten hat sich rasant geändert, Landeck hat einige Strukturdefizite. Es hängt an einem seidenen Faden, ob wir weiterhin eine attraktive Einkaufsstadt bleiben.“ Grundsätzlich sei die Leistungsgemeinschaft froh, wenn der Spar-Konzern Geld in die Hand nehme, um in Landeck zu investieren. Dass andererseits der Sparmarkt in der Innenstadt geschlossen werden soll, sei schlecht für die Stadt. Damit sinke die Kundenfrequenz, so Winkler. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, mit denen heimische Kleinbetriebe und Konzernfilialen leben können.“
Ihm sei ein offener, fairer Infoabend sehr wichtig gewesen, resümierte Bürgermeister Wolfgang Jörg. „Das Ermittlungsverfahren mit durchaus kontroversiellen Argumenten ist korrekt abgelaufen“, fasste er zusammen. Die Würfel für oder gegen das Projekt fallen laut Jörg in der Gemeinderatssitzung am 17. September. Das Abstimmungsergebnis sei derzeit nicht abschätzbar. Bei Spar bleibe man bis dahin auf der Wartebank. (hwe)
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