Wiener Börse (Mittag) - ATX rutscht bis Mittag klar ins Minus

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit leichterer Tendenz präsentiert. Der ATX wurde ...

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit leichterer Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.420,48 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 23,23 Punkten bzw. 0,95 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,96 Prozent, FTSE/London -0,34 Prozent und CAC-40/Paris -0,86 Prozent.

Somit geht der Negativlauf an den europäischen Aktienmärkten weiter, dem sich auch die Wiener Börse nicht entziehen konnte. Der Frankfurter DAX zeigte sich gar mit seinem niedrigsten Stand seit Jänner. Es sind vor allem Sorgen um die globale Konjunkturentwicklung, die Investoren zum Verkaufen bewegen. So verbilligte sich die chinesische Festlandsbörse in Shanghai um knapp 3,5 Prozent, obwohl die Zentralbank ein 15,6 Mrd. Euro schweres Stützungspaket für 14 Banken des Landes bekanntgab.

Auch in den USA stottert der Konjunkturmotor, die US-Notenbank Fed hält sich deshalb den Zeitpunkt ihrer Zinswende weiter offen, wie aus den am Vorabend publizierten Sitzungsprotokollen hervorging. Am Nachmittag wird neben Zahlen zum US-Arbeitsmarkt und den Eigenheimverkäufen auch das regionale Konjunkturbarometer Philly-Fed-Index veröffentlicht. Obwohl das Pendant aus dem Großraum New York zuletzt überraschend und klar zurückgegangen war, erwarten die Analysten der Helaba beim Philly-Fed robuste Zahlen. Sollte ihre Prognose nicht eintreten, „dürften die Zinserwartungen erneut und deutlich in die Zukunft verschoben werden“, fügen sie hinzu.

Die Experten von IG sehen nach den Protokollen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 48 auf 38 Prozent gesunken. Bedenken wegen der chinesischen Konjunkturprobleme und der schwachen Inflation lassen laut ihnen die Führung der Fed mit dem Termin hadern, resümieren sie.

Unterdessen steht in Wien die Berichtssaison weiter im Fokus: Der Ölfeldausrüster SBO hat in der Früh bekanntgegeben, beim Gewinn nur knapp über der Nulllinie zu liegen. Das Halbjahresergebnis je Aktie betrug 2014 noch 1,90 Euro, heuer gibt es keinen Gewinn auszuweisen. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging um 57,6 Prozent auf 19,3 Mio. Euro zurück. Die SBO-Aktie stieg dennoch 0,46 Prozent auf 43,67 Euro.

Raiffeisen verloren 0,58 Prozent, nachdem sie am Vortag nach Zahlen klare 6,86 Prozent hochgeschnellt waren. Die Analysten von Nomura haben daraufhin ihre Verkaufsempfehlung „Neutral“ und ihr Kursziel von 14 Euro unverändert belassen. Zwar wies die harten Kernkapitalquote (CET1) der RBI eine starke fortlaufende Entwicklung auf, schreiben die Analysten von Nomura, diese sei jedoch auch von der Entwicklung der Devisenkurse im zweiten Quartal gestützt. Zudem verweisen sie auf die schwache Entwicklung der RBI-Aktien insbesondere seit dem 30. Juni.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 9.45 Uhr bei 2.443,66 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.50 Uhr bei 2.416,77 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,93 Prozent tiefer bei 1.230,52 Punkten. Im prime market zeigten sich zwölf Titel mit höheren Kursen, 25 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.747.261 (Vortag: 3.550.984) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 82,307 (107,94) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 314.901 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 17,71 Mio. Euro entspricht.

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