Compress Verlag - Opposition sieht sich in Kritik bestätigt
Wien (APA) - Die Wiener Oppositionsparteien FPÖ und ÖVP sehen sich - nachdem die Grünen nun die Übernahme durch die Wien-Holding blockieren ...
Wien (APA) - Die Wiener Oppositionsparteien FPÖ und ÖVP sehen sich - nachdem die Grünen nun die Übernahme durch die Wien-Holding blockieren - in ihrer kritischen Haltung in Sachen Compress Verlag bestätigt. Schon die Beauftragung 2005 sei intransparent und von den Beträgen nicht nachvollziehbar gewesen, befand etwa Wiens ÖVP-Chef Manfred Juraczka am Donnerstag in einer Aussendung.
Gleichzeitig hob der VP-Obmann hervor: „Die Bewerbung und Vertretung Wiens insbesondere des Wirtschaftsstandorts ist prinzipiell positiv zu sehen.“ Wenn es nun durch die Eingliederung zu einer Ersparnis kommen solle, wäre das erfreulich: „Es stellt sich dann aber schon die Frage, warum es bisher so teuer war. Wieder einmal fehlt es im Umfeld der Stadt Wien an kaufmännischer Sorgfalt und Transparenz.“
Noch vor der Übernahme des Compress Verlages durch die Wien-Holding müsse selbiger einer genauen Prüfung unterzogen werden, fordert der freiheitliche Klubobmann Johann Gudenus in einer Aussendung. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer müsse vollen Einblick in die Bücher der Firma bekommen, verlangte er. Die Stadt Wien dürfe so ein Unternehmen nicht einfach ungeprüft übernehmen: „Es wäre ja nicht das erste Mal, dass die SPÖ Geschäfte zum Nachteil der Bürger abschließt.“
Der grüne Budgetsprecher Martin Margulies verwies am Donnerstag im Gespräch mit der APA darauf, dass für die Dotierung des Kommunikationsauftrags ein Gemeinderatsbeschluss nötig wäre - die SPÖ dies alleine also nicht durchführen könne. Sehr wohl möglich wäre eine Übernahme der Compress-Mitarbeiter oder der jeweiligen Büros samt Infrastruktur durch die Wien-Holding. Damit wäre das Stadtparlament nicht befasst. Laut Margulies wäre eine Übernahme jedoch „grob fahrlässig“, wenn man nicht erneut mit der Auslandskommunikation beauftragt werde.
Kommentare