VKI-Aktion brachte oekostrom AG Ergebnisschub, aber nicht mehr Umsatz
Wien (APA) - Die Stromanbieterwechselaktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hat der oekostrom AG im ersten Halbjahr 2015 einen ...
Wien (APA) - Die Stromanbieterwechselaktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hat der oekostrom AG im ersten Halbjahr 2015 einen Ergebnisschub beschert. Auch die Stromproduktion lag dank windreicher Monate über dem Plansoll. Mehr Umsatz machte das Unternehmen dennoch nicht, da die Strompreise im Großhandel zurückgegangen sind.
„Wir haben das an die Kunden weitergegeben und Anfang 2015 die Preise gesenkt“, sagte Vorstandssprecher Horst Ebner am Donnerstag zur APA. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet Ebner mit einem Umsatz von 41,6 Mio. Euro nach 41,2 Mio. Euro 2014. Das Betriebsergebnis (Ebit) soll sich laut Prognose auf 1,2 Mio. (1,19 Mio.) Euro belaufen, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf 792.000 (775.000) Euro.
In den ersten sechs Monaten ging der Umsatz leicht von 20,7 Mio. auf 20,1 Mio. Euro zurück. Das Ebit dagegen stieg von 859.000 auf 877.000 Euro und das EGT erhöhte sich von 580.000 auf 669.000 Euro.
Die VKI-Aktion im Frühjahr brachte der oekostrom AG 15.000 neue Kunden, jetzt hat das Unternehmen 45.000 Kunden, Zielgröße für Ende 2015/2016 sind 50.000.
Die oekostrom AG ist bei der diesjährigen Energieaktion der Konsumentenschützer als Bestbieter hervorgegangen. Sollte es zu einer Neuauflage der Aktion kommen, will sich Ebner wieder bewerben. „Ich stelle mich gerne wieder dem Wettbewerb. Wir hatten ein gutes Preismodell.“ Im Gegensatz zum Enamo-Ableger stromdiskont, der 2014 mit dem VKI zusammengearbeitet hatte, habe die oekostrom AG keine Einmalrabatte gegeben. Der Konkurrent habe nach dem ersten Jahr wieder Kunden verloren. „Bei uns bleibt der Preis auch im zweiten Jahr so günstig“, so Ebner.
Zur Klage gegen die Subvention für die geplante Erweiterung des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point meinte Ebner, er finde es schade, dass sich daran nicht auch andere österreichische Energieversorger beteiligt haben. Die oekostrom AG ist vor wenigen Wochen gemeinsam mit neun deutschen Ökostromanbietern und Stadtwerken vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg gezogen. Einen Termin für eine erste Verhandlung gibt es noch nicht. Ebner rechnet nicht mit einer schnellen Entscheidung. Ihm geht es bei der Klage hauptsächlich darum, ein Präjudiz für eine „Renaissance der Atomkraft“ zu verhindern. Schließlich gebe es in einigen osteuropäischen Ländern (Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen) konkrete Ausbaupläne für AKW, die realisiert werden könnten, wenn sie wieder staatlich gefördert werden dürfen.
Die oekostrom AG gehört zu 94,5 Prozent Kleinaktionären, 5 Prozent hält die niederösterreichische WEB Windenergie AG. Für 2015 stellt Ebener den Eignern wieder eine Dividende von etwa 2 Euro je Aktie in Aussicht. „Der Plan ist, immer rund 50 Prozent des Jahresergebnisses auszuschütten.“
Im Dezember beginnt dann die Auslieferung der Mini-Photovoltaikkraftwerke namens simon. Für dieses Projekt hat sich das Unternehmen mehr als 600.000 Euro über eine Crowdfunding-Plattform geholt. Mehr als 1.100 „simons“ wurden vorbestellt, produziert werden diese in Klagenfurt. Es handelt sich dabei um mobile PV-Anlagen für den Balkon, die direkt an die Steckdose angesteckt werden. „Wenn die Sonne scheint, erzeugt die Anlage Strom, den Sie dann direkt in der Wohnung verbrauchen können.“ Dadurch soll der Stromverbrauch aus dem Netz sinken. Bei derzeitigen Strompreisen rechnet sich die Anlage nach 15 bis 20 Jahren, so Ebner.
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