Innenpolitik

Der Übersetzer des Frank Stronach

© APA

Von Wolfgang Sablatnig...

Von Wolfgang Sablatnig

Wien –Robert Lugar (45) weiß, dass sein Ziel „total verrückt und illusorisch“ klingt. Dennoch will er der Öffentlichkeit, aber vor allem seinem Parteichef Frank Stro­nach beweisen, dass das „Team Stronach“ Zukunft hat und in einem Jahr in den Meinungsumfragen wieder bei drei bis Prozent und damit in einem wählbaren Bereich liegen kann. Seine Rolle sieht der neue Klubchef als „Übersetzer“ Frank Stronachs, wie er der TT sagte.

Das Team Stronach war mit großen Erwartungen in die Nationalratswahl 2013 gestartet. „Es war ein Hype“, erinnert sich Lugar. Der gebürtige Innsbrucker war auf einem Mandat des BZÖ in den Nationalrat gekommen, hatte aber mit vier weiteren orangen Abgeordneten bereits einen Stronach-Klub gegründet. Nach der Wahl blieb vorerst aber nur die zweite Reihe: Klubchefin wurde Kathrin Nachbaur, auch in der Partei gab es keinen Posten für Lugar.

Mit Loyalität zum Parteichef steht er nun aber wieder voran. Fünf Abgeordnete – darunter die frühere Stronach-Vertraute Nachbaur – haben den Klub verlassen. Sechs Abgeordnete sind übrig. Und so werde es auch bleiben, meint Stronach: Mit nur noch vier Abgeordneten wäre das Projekt gescheitert. Und das werde wohl keiner so wollen.

Freilich: Stronachs Auftritte werfen viele Fragen auf. Das weiß auch Lugar, ohne aber den Parteigründer zu kritisieren. Er, der „Tausende Stunden“ mit Stronach verbracht habe, sieht sich eher als „Übersetzer“, damit auch den Bürgern klar werde, was Stronach meint. Die Grundzüge des Teams werde weiterhin Stronach vorgeben. Und bei der Umsetzung werde Wien immer wieder nachfragen.

Inhaltlich will Lugar weg vom österreichischen Bild des „typisch sozialistischen Bürgers“, der auf die staatliche Wohlfahrt setze. Vielmehr sollten die Bürger nach amerikanischem Vorbild auf Freiheit setzen und dem Staat grundsätzlich misstrauen. Dazu gehöre auch ein einfacheres Steuersystem.

Die Flüchtlingskrise will Lugar mit Schutzzonen in oder nahe den Herkunftsländern lösen. Österreich sollte zur Bewachung dieser Zonen bis zu 1000 Soldaten schicken, etwa nach Syrien.