Lehrlinge - Wirtschaftskammer: 95,4 Prozent schließen positiv ab
Wien (APA) - Angesichts der 2014 auf 18,3 Prozent gestiegenen Durchfallsrate bei Lehrabschlussprüfungen verwies die Wirtschaftskammer am Don...
Wien (APA) - Angesichts der 2014 auf 18,3 Prozent gestiegenen Durchfallsrate bei Lehrabschlussprüfungen verwies die Wirtschaftskammer am Donnerstag auf eine eigene Spezialauswertung für das Jahr 2013, wonach 95,4 Prozent der Lehrlinge, die von einem Betrieb ausgebildet wurden, letztendlich ihre Lehre positiv abgeschlossen hätten. 9,5 Prozent würden dafür aber zwei oder mehr Prüfungsantritte benötigen.
Die Lehrabschlussprüfungsstatistik, der zufolge fast jeder fünfte Lehrling - zumindest einmal - scheitert, beinhalte im Gegensatz zur Spezialauswertung der Wirtschaftskammer auch alle außerordentlichen Antritte und die der überbetrieblichen Lehrausbildung, erklärte die Wirtschaftskammer in einer Aussendung. Von jenen Lehrlingen, die aus Firmen kommen, würden 85,9 Prozent die Lehrabschlussprüfung auf Anhieb schaffen.
„Die Kritik an den österreichischen Ausbildungsbetrieben ist somit mehr als verfehlt“, stellte der Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Michael Landertshammer, klar. Die Erfolgsquote habe sich in den vergangenen Jahren sogar leicht verbessert. „Nicht einmal jeder Zwanzigste schafft letztendlich die Prüfung nicht“, so Landertshammer.
Laut der Lehrabschlussprüfungsstatistik der Wirtschaftskammer gab es im Jahr 2014 exakt 57.589 Prüfungsantritte, 10.543 davon wurden nicht bestanden. Zugleich fallen Jahr für Jahr mehr Lehrlinge durch als es Wiederholungsprüfungen gibt. 2014 waren es nur 4.730 Wiederholer.
Der FSG-Bundesjugendvorsitzender Mario Drapela verwies heute auf die guten Leistungen der österreichischen Lehrlinge bei internationalen Wettkämpfen und forderte, dass das auch in der Bezahlung seinen Niederschlag findet. Er will mindestens 650 Euro brutto Lehrlingsentschädigung im ersten Jahr für alle Lehrlinge. „Es kann nicht sein, dass es in Österreich Lehrlingsentschädigungen im ersten Lehrjahr unter 400 Euro brutto im Monat gibt, so wie es bei Rechtsanwaltsgehilfen in der Steiermark der Fall ist“, so Drapela.
Der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Sascha Ernszt, ruft einmal mehr nach „Kompetenzchecks“. „Zur Hälfte der Lehrzeit sollte überprüft werden, ob der Lehrling über die - gemäß seinem Ausbildungsstand - notwendigen Kenntnisse verfügt“, so Ernszt. Bisher habe sich die Wirtschaftskammer in dieser Frage jedoch wenig kooperativ gezeigt. Außerdem sollten Lehrlinge vom Betrieb automatisch zur Lehrabschlussprüfung und im Falle eines Durchfallens zur Wiederholungsprüfung angemeldet werden.
~ WEB http://wko.at ~ APA260 2015-08-20/13:16
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