Bankenabgaben belasten BayernLB - Kerngeschäft läuft rund

München (APA/Reuters) - Die steigenden Abgaben für die Einlagensicherung drücken auf den Gewinn der BayernLB. Das Vorsteuerergebnis ging im ...

München (APA/Reuters) - Die steigenden Abgaben für die Einlagensicherung drücken auf den Gewinn der BayernLB. Das Vorsteuerergebnis ging im ersten Halbjahr um 18 Prozent auf 433 Mio. Euro zurück. Im Kerngeschäft der Bank läuft es dank der guten Wirtschaftslage in Deutschland dagegen rund.

Nach Steuern verdoppelte die BayernLB ihren Gewinn im ersten Halbjahr auf 310 Mio. Euro. Voriges Jahr hatten Abschreibungen auf Forderungen an die frühere Kärntner BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria und die Trennung von der ungarischen Tochterbank MKB die BayernLB tief in die roten Zahlen gedrückt.

Der Streit mit der Abbaueinheit Heta der früheren Hypo Alpe Adria soll bald ausgeräumt werden. Beide Seiten hatten sich im Juli im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt, der bis Oktober stehen soll.

Eintrübungen wegen der Turbulenzen in China spüre die nach der LBBW zweitgrößte deutsche Landesbank bisher nicht, sagte Finanzchef Markus Wiegelmann der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Aber es bleibt ein Stück weit unsicher. Wir beobachten das genau.“

Deutliche Spuren in der Bilanz hinterließen die gestiegenen regulatorischen Kosten, die von 2 auf 147 Mio. Euro nach oben schossen. Die Bankenabgabe für den neuen EU-Fonds zur Restrukturierung maroder Geldhäuser, die sich bei der BayernLB auf knapp 100 Mio. Euro belief, wird laut Wiegelmann in den nächsten Jahren wohl etwas sinken. Die Zahlung von 47 Mio. Euro an den gemeinsamen Sicherungsfonds von Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen werde dagegen in den kommenden sieben bis acht Jahren relativ konstant bleiben.

Die öffentlich-rechtlichen Institute hatten sich im Juni nach langem Streit auf die Neuordnung ihres Haftungstopfes geeinigt. Um neue EU-Richtlinien zu erfüllen, müssen sie in den kommenden Jahren rund 3 Mrd. Euro nachschießen, davon gut 2 Mrd. Euro in bar. Das dürfte auch bei den anderen Landesbanken sichtbar werden, die in der kommenden Woche ihre Zahlen vorlegen. Bei den meisten dürften die Belastungen aber geringer ausfallen, weil die Münchener mit ihrer Direktbank-Tochter DKB über relativ viele Einlagen verfügen.

Ohne die Sonderbelastungen durch Bankenabgaben wäre der Vorsteuergewinn der BayernLB im ersten Halbjahr um zehn Prozent gestiegen, erklärte Konzernchef Jonhannes-Jörg Riegler. Im Kerngeschäft habe das Ergebnis sogar um mehr als die Hälfte angezogen. „Wir kommen bei der Neuausrichtung der Bank sichtbar voran.“ Die Cost-Income-Ratio - das Verhältnis von Kosten und Erträgen - sank nach den Sparanstrengungen der vergangenen Jahre auf unter 50 Prozent. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank liegt aktuell bei 84 Prozent. „Wir haben an der Kostenbasis schon einiges bewegt, was andere in weiten Teilen noch vor sich haben“, sagte Finanzchef Wiegelmann.

Für das Gesamtjahr bleibt das Institut allerdings bei seiner Prognose von einem Vorsteuergewinn „im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich“. Die Risikovorsorge falle im zweiten Halbjahr traditionell höher aus als zu Jahresbeginn, sagte Wiegelmann. Von Januar bis Ende Juni konnte die Bank, die mehrheitlich dem Land Bayern gehört, mehr Risikovorsorge auflösen als sie neu bilden musste. Zudem gab es Rückenwind vom Kapitalmarkt. Die Tochter DKB legte ebenfalls deutlich zu.

„Die erfolgreiche erste Halbzeit 2015 zeigt, dass die Bank nach der Bewältigung vieler Altlasten wieder auf dem Weg zu einer normalen Bank ist“, sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder.

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