Kulturherbst 2 - „Grenzgänge“ der neuen Direktion in Graz

Graz/Wien (APA) - Am Schauspielhaus Graz beginnt die neue Intendantin Iris Laufenberg am 12. September mit dem Eröffnungsfest „Grenzgänge“. ...

Graz/Wien (APA) - Am Schauspielhaus Graz beginnt die neue Intendantin Iris Laufenberg am 12. September mit dem Eröffnungsfest „Grenzgänge“. 14 Autorinnen und Autoren, darunter Philipp Löhle, Peter Turrini, Clemens J. Setz, Thomas Arzt, Emilio Garcia Wehbi, Moritz Rinke und Ferdinand Schmalz, haben für das Schauspielhaus 13 Kurzstücke verfasst, die an diesem Tag zur Uraufführung kommen.

Querfeldein verlaufen dabei vier Wege durch die Räumlichkeiten des Hauses, auf denen vier Wandergruppen den Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Gästen begegnen werden. Der dreistündige Parcours beginnt um 14 Uhr und wird um 19 Uhr wiederholt. Am Abend wartet dann eine Eröffnungsparty mit den „SOULbRÜDERN“, am nächsten Tag ein Katerfrühstück mit den Autoren des Eröffnungsfests.

Die ersten Premieren gelten am 24. September Tankred Dorsts „Merlin oder Das wüste Land“ in der Regie von Jan-Christoph Gockel und mit Puppen von Michael Pietsch im Großen Haus (künftig „Haus eins“ genannt) sowie tags darauf im „Haus zwei“ (vormals Probebühne) der Deutschsprachigen Erstaufführung von Alexandra Badeas „Zersplittert“. Nina Gühlstorff inszeniert den Wahnsinn der globalisierten Arbeitswelt: Vier Menschen auf drei Kontinenten arbeiten alle für dasselbe Telekommunikationsunternehmen.

Gemeinsam mit dem „steirischen herbst“ (25.9. bis 18.10.) bringt man ab 1. Oktober Rimini Protokolls Theaterversion von „Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2“ auf die Bühne. Im Theaterbereich bietet das Festival u.a. auch die Uraufführung „Black Moonshine. Die Essenz der Freiheit“ (3. Oktober) in Vordernberg. „Das Grazer Theater im Bahnhof erzählt die Geschichte einer Gemeinde, in der ein Schubhaftzentrum und eine Schnapsbrennerei das Leben der Bewohner verändert“, heißt es in der Ankündigung.

Im Oktober folgen am Grazer Schauspielhaus u.a. die Österreichische Erstaufführung „Idomeneus“ von Roland Schimmelpfennig (ab 4. Oktober) und die Uraufführung von „Cactus Land“ (24. Oktober). Ernst Marianne Binder bringt Handkes „Kindergeschichte“ am 19. Oktober im dramagraz zur Uraufführung, ehe die Produktion im November auch im Wiener Echoraum zu sehen sein wird.

In St. Pölten feiert dagegen Bettina Hering nicht ihr Einstands-, sondern ihr Abschiedsjahr, ehe sie als Schauspielchefin mit Markus Hinterhäuser zu den Salzburger Festspielen wechselt. Am Landestheater Niederösterreich, wo man am 18. und 19. September mit einem Open House startet, gilt die erste Premiere am 2. Oktober Shakespeares „Sommernachtstraum“ (Regie: Sebastian Schug), der auch am Landestheater Linz zwei Wochen zuvor den Auftakt bildet. Am 18. September eröffnet in der Arena Schauspielhaus die Inszenierung von Johannes von Matuschka die letzte Saison von Gerhard Willert, der am Ende der Spielzeit an Stephan Suschke übergeben wird.

Das Salzburger Landestheater beginnt am 24. September in den Kammerspielen die neue Saison mit Claus Trögers Inszenierung des erst kürzlich verfilmten Marlen Haushofer-Romans „Die Wand“, ehe am 2. Oktober Intendant Carl Philip von Maldeghem seine Inszenierung von „Romeo und Julia“ folgen lässt.

Die erste Schauspiel-Premiere am Tiroler Landestheater gilt am 3. Oktober „Bernarda Alba Haus“ von Federico Garcia Lorca (Regie: Johannes Reitmeier), am Landestheater Vorarlberg beginnt man am 18. September mit Kleists „Penthesilea“ (Regie: Jan Steinbach). Das Stadttheater Klagenfurt wartet am 27. September mit einem Theaterprojekt zum 100. Geburtstag der Dichterin Christine Lavant auf: „Lavant!“ rufen dabei Bernd Liepold-Mosser und Ute Liepold.