Parlamentswahlen

Wahlen in Haiti: Beteiligung bei erster Runde bei 18 Prozent

In einem Wahllokal in der Hauptstadt Port-au-Prince werden Stimmzettel gezählt.
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In 25 Wahlkreisen muss der Wahlgang wiederholt werden, weil von dort weniger als 70 Prozent der Protokolle aus den Wahllokalen eingereicht wurden.

Port-au-Prince – An den ersten Wahlen in Haiti seit 2011 hat sich nach offiziellen Angaben nicht einmal ein Fünftel der Stimmberechtigten beteiligt. Die Wahlbeteiligung bei der ersten Runde der Parlamentswahl am 9. August habe nur 18 Prozent betragen, teilte der provisorische Wahlrat (CEP) in der Nacht zum Freitag in Port-au-Prince mit. Im ersten Wahlgang wurden lediglich drei von 119 Abgeordneten gewählt.

Im bevölkerungsreichsten Departement Ouest, zu dem die Hauptstadt Port-au-Prince gehört, hätten sogar nur zehn Prozent der Bürger ihre Stimme abgegeben, sagten Vertreter des CEP. In keinem Ort in Haiti lag die Beteiligung über 50 Prozent.

In 25 Wahlkreisen müsse der Wahlgang wiederholt werden, weil von dort weniger als 70 Prozent der Protokolle aus den Wahllokalen eingereicht worden seien. Gewalt habe überdies den Wahlablauf gestört und zur vorzeitigen Schließung dutzender Wahllokale geführt. Der provisorische Wahlrat kündigte an, die Urheber von Gewalttaten würden bestraft. Nach Angaben von zwei Parteien wurden während des Urnengangs zwei Menschen getötet. Außerdem gab es Plünderungen von Wahlurnen, Schüsse in der Umgebung von Wahllokalen und Drohungen gegen einen Wahlhelfer.

Nach Angaben des CEP wurden lediglich drei Abgeordnete gewählt und keiner der 20 Senatorenposten besetzt. Am 25. Oktober findet die zweite Runde der Parlamentswahlen statt, zeitgleich mit den Kommunalwahlen und der ersten Runde der Präsidentschaftswahl.

Wegen eines tiefen Zerwürfnisses zwischen Staatschef Michel Martelly und der Opposition waren in Haiti seit 2011 keine Wahlen mehr abgehalten worden. Der bitterarme Karibikstaat kämpft immer noch mit den Folgen des schweren Erdbebens vom Jänner 2010, bei dem mehr als 250.000 Menschen ums Leben kamen. Die Infrastruktur des Karibikstaates ist zerstört, hinzu kommen die seit Jahrzehnten grassierende Korruption, Misswirtschaft und politische Gewalt. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik ist tief erschüttert. (APA/AFP)