LA: Österreichs Athleten im Vormarsch: „Eindeutiger Aufwärtstrend“
Peking/Wien (APA) - Das im Juni nachträglich zugesprochene EM-Bronze für Hürdensprinterin Beate Schrott hat eine kleine Medaillenlawine in Ö...
Peking/Wien (APA) - Das im Juni nachträglich zugesprochene EM-Bronze für Hürdensprinterin Beate Schrott hat eine kleine Medaillenlawine in Österreichs Leichtathletik ausgelöst. Es folgten je ein Edelmetall bei U18-WM, U20-EM und U23-EM sowie je zwei beim EYOF und der Berglauf-EM. „Man sieht einen eindeutigen Aufwärtstrend“, sagte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber mit Blick auf die Nachwuchsleistungen.
Die Medaillen alleine seien es aber nicht, man dürfe ruhig ein wenig weiter blicken. „Zusätzlich haben wir 14 Top-10-Ergebnisse, das ist genauso wichtig und wertvoll“, rechnete Gruber im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur vor. Denn was die Perspektive betreffe, so sei nicht feststellbar, wer eine größere in Hinblick auf etwa 2020 habe, jemand mit einem dritten oder einem siebenten Rang bei einer Nachwuchs-Meisterschaft, meinte er. „Man muss immer auch das Alter mitberücksichtigen.“
Schrott muss auf den Erhalt ihrer EM-Medaille von Helsinki 2012, die ihr nach dem Dopingvergehen der ursprünglich Erstplatzierten Nevin Yanit aus der Türkei nun zugeschickt wird, bis nach der am Samstag beginnenden Freiluft-WM in Peking warten, viele ihrer Landsleute haben die Lorbeeren für ihre Leistungen in den vergangenen Wochen bereits daheim. Evergreen Andrea Mayr gewann in Porto Moniz ihren vierten Berglauf-EM-Titel, das Frauenteam sicherte sich Silber.
Die weiteren Erfolge kamen aus dem Nachwuchssektor, was für die Zukunft optimistisch stimmt. Bei der U23-EM in Tallinn gewann Ivona Dadic mit dem neuen österreichischen Rekord von 6.033 Punkten Siebenkampf-Bronze. Platz Verena Preiner (Siebenkampf) und die nur wenige Wochen später im Training so schwer verunglückte Kira Grünberg (Stabhochsprung) wurden jeweils Vierte. Bei der U18-WM in Cali (Kolumbien) sorgte die Kärntnerin Sarah Lagger als Siebenkampf-Zweite für die erste österreichische Medaille überhaupt bei einer Nachwuchs-WM, Andrea Obetzhofer kam im Mehrkampf auf den fünften Rang.
Erfolgreich verlief auch die U20-EM in Eskilstuna (Schweden), Dominik Hufnagl erreichte über 400 m Hürden den dritten Platz. Und zum Abschluss zeigten noch die Jüngsten beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) in Tiflis auf, der Niederösterreicher Stefan Schmid gewann Gold über 2.000 m Hindernis, der Tiroler Riccardo Klotz holte im Stabhochsprung die Bronzemedaille.
„Laggers Leistung ist entsprechend hervorzuheben, sie war die einzige Medaille auf Weltniveau. Und bei einer Jugend-WM ist das Niveau unglaublich hoch“, sagte Gruber. Die 15-jährige Lagger wirft auch nächstes Jahr noch mit leichterer Kugel und leichterem Speer sowie überquert niedrigere Hürden, als es ab der U18-Kategorie der Fall ist. „Mit ihrer Körperstatur ist sie auch für Frauengeräte bestens prädestiniert für den Siebenkampf.“
Ob aus einem hoffnungsvollen Nachwuchsathleten auch ein solcher für die allgemeine Klasse wird, hänge von mehreren Faktoren ab. Wie man ihn fördert (finanzielle Unterstützung, Bundesheer), wie man ihn und den Heimtrainer an die Verbandsmaßnahmen bindet, wie belastungsverträglich oder verletzungsanfällig er ist sowie die soziale Komponente, zählte Gruber auf.
„Was die Kommunikation zwischen der Zelle draußen und der Verbandzentrale, den Verantwortlichen betrifft, da sind wir in den vergangenen ein, zwei Jahren deutlich besser geworden als in der Vergangenheit, weil wir personell aufgestockt und die Maßnahmen verbessert haben“, sagte Gruber.
Kommentare