LA: Schrott im Rückblick: Prüfung wichtiger als EM-Bronzeehrung

Peking (APA) - Das Erlebnis, im vollen Stadion auf das Podest zu klettern und eine Medaille in Empfang zu nehmen, ist Beate Schrott 2012 in ...

Peking (APA) - Das Erlebnis, im vollen Stadion auf das Podest zu klettern und eine Medaille in Empfang zu nehmen, ist Beate Schrott 2012 in Helsinki verwehrt geblieben. Die Niederösterreicherin trauert dem nur bedingt nach. „Sicher war das damals schade, aber ehrlich gesagt, war das gut für mich. Sonst hätte ich meinen Flug nicht mehr erwischt“, sagte die Hürdensprinterin, die erst nachträglich EM-Bronze erbte.

Der ursprünglich viertplatzierten Schrott ist der dritte EM-Platz erst heuer Ende Juni zugesprochen worden, weil die am 30. Juni 2012 Erstplatzierte Nevin Yanit aus der Türkei wegen Dopings gesperrt und ihr Ergebnis nach dem Ausgang eines Verfahrens für ungültig erklärt worden war. Noch wartet Schrott auf das Edelmetall. „Ich werde die Medaille bekommen, wenn ich von der WM in Peking heimkomme“, sagte die 27-Jährige, die am Donnerstag im „Vogelnest“ ihren Vorlauf über 100 m Hürden bestreitet.

Dass sie 2012 den Rückflug am Tag nach dem Rennen (Sonntag) erwischte, war für Schrott sehr wichtig, denn die Studentin hatte am Montag ihre Jahresabschlussprüfung über Innere Medizin an der Uni und saß auch in Helsinki in jeder freien Minute vor den Büchern. „Die Medaillenzeremonie war erst am Sonntag. Wäre ich zur Siegerehrung gegangen, hätte ich die Prüfung nicht schreiben können. Für mich war es für das ganze Jahr und in Hinblick auf das nächste total wichtig, dass diese Prüfung aus dem Kopf draußen war.“

Beate Schrott erlebte infolge den erfolgreichsten Sommer ihrer Karriere, am 17. Juli verbesserte sie in Luzern den bis heute gültigen österreichischen Rekord auf 12,82 Sekunden, bei den Olympischen Spielen in London kam sie sensationell ins Finale und dort auf den achten Rang.