Wörgl

Integrationsprojekt fürs Badl-Areal

© Spielbichler

Das historische Gasthaus in Wörgl soll saniert werden, ab Dezember stehen 48 Betten für Flüchtlinge bereit.

Von Veronika Spielbichler

Wörgl –Nachdem der Ankauf der Liegenschaft Bad Eisenstein durch die Stadt Wörgl nicht zustande kam, entwickel­te der Eigentümer, die Eisenstein Wörgl GmbH, unter der Leitung von Roland Ponholzer nun ein Nutzungskonzept für das 12.000 Quadratmeter große Areal.

„Das Hauptziel ist eine in Mitteleuropa vorbildliche und richtungsweisende Integrations-Work-Life-Balance-Wohlfühloase für möglichst viele Bevölkerungsschichten“, erklärt Ponholzer.

1. Phase: Sanierung des Badl-Haupthauses mit einer Nutzfläche von 600 Quadratmetern. „Vorgabe war, die Veranda und Grundarchitektur des über 100 Jahre alten Hauses beizubehalten“, so Ponholzer. Das Erdgeschoß wird barrierefrei erschlossen und mit einer rollstuhlgerechten Wohneinheit ausgestattet. Die oberen Geschoße werden durch einen neuen Stiegenaufgang an der Südwestseite des Gebäudes erschlossen, der Innenausbau inklusive Dachgeschoßausbau sieht Gästezimmer ebenso vor wie Appartements. Beibehalten wird die Gaststube als Schulungsraum. Einen öffentlichen Gasthausbetrieb wird es im Haus nicht mehr geben. Vorgesehen ist ab Dezember dieses Jahres die Unterbringung von Flüchtlingen (48 Betten) und auf dem Gelände tätiger Personen. Zur Phase 1 zählt weiters die Errichtung eines Tiroler Tee-Hauses mit Shop anstelle der Kegelbahn – hier sollen Tees aus dem geplanten Integrationsgarten verkauft werden.

2. Phase: Der bestehend­e Schießstand- und Umkleidetrakt westlich des Haupthauses wird abgerissen. Hier ist ab 2016 auf einer Nutzfläche von 520 Quadratmetern ein Hotel Garni mit ebenfalls 48 Betten, Seminar- und Tagungsflächen geplant, die allerdings nicht ausschließlich für Flüchtlingsunterbringung, sondern auch für Pensionsgäste und Handelsreisende vorgesehen sind. Die Ansiedelung von drei Dienstleistungs-Start-up-Unternehmen sowie die Errichtung von 35 Parkplätzen nördlich des bestehenden Gasthauses komplettieren diese Ausbaustufe.

3. Phase: „Das Herz des Gesamtkonzeptes bildet der 4000 Quadratmeter große Integrationsgarten, um den acht Pavillons in Holzfertigteilbauweise gruppiert werden“, erläutert Ponholzer. Die Nutzung dieser Häuschen sei flexibel: Wohnen, Therapie, Start-up-Unternehmen. Parallel zum derzeitigen Tennisplatz soll ein weiterer Baukörper entstehen, genutzt als Schule, Seminar- und Weiter­bildungszentrum mit Café und Terrasse, wobei die Landschaftsgestaltung ein Biotop ebenso vorsieht wie einen Pflanzen-Lehrpfad und einen Spielplatz, eventuell auch einen Beachvolleyballplatz.

4. Phase: Die betrifft die bestehenden Tennisplätze, für die der Pachtvertrag 2016 ausläuft. „Derzeit ist alles offen, der Tennisclub ist noch nicht an uns herangetreten“, so Ponholzer. „Für uns ist alles denkbar, auch eine Verwertung.“ Und diese könnte auf den 1550 Quadratmetern so aussehen: 78 überdachte Stellplätze, darauf ein zweigeschoßiger Baukörper für Veranstaltungen, Hotel, Tagungen. Derzeit besteht ein­e Beherbergungs-Großbetriebswidmung für 200 Betten. Die Sanierung des Haupthauses kostet 400.000 bis 600.000 Euro, der weiter­e Ausbau bei Weiterbestand der Tennisplätze 6 Millionen Eur­o, andernfalls 10 Millionen Euro.

„Wir haben das Projekt der Stadt vorgestellt, es durchläuft jetzt die Instanzen. Bauverhandelt wurde die Sanierung des Haupthauses, jetzt warten wir auf den Baubescheid. Ab Phase 2 benötigen wir eine Verkehrsanalyse und ein Verkehrskonzept, wobei wir hier keine großen Busse haben wollen“, so Ponholzer.

Mit den weiteren Ausbauplänen wird sich nun der Raumordnungsausschuss und in weiterer Folge der Gemeinderat befassen.

„Das Gelände bleibt weiterhin öffentlich zugänglich, wir errichten auch keinen Zaun und wünschen uns, dass hier ein Ort des Miteinanders und Lernens entsteht“, so Ponholze­r.

„Die bei der Bauverhandlung eingereichte Sanierung des Bestandes des Gasthofes Bad Eisenstein ist genehmigungsfähig, das passt so weit. Die weiteren Ausbauschritte begutachtet jetzt unsere Raumordnungsfirma Terra Cognita, dann kommt das Projekt in den Raumordnungsausschuss und soll in einer Fraktionsführersitzung vorgestellt werden“, teilt Wörgls Bürgermeisterin Hed­i Wechner zu den weiteren Schritten mit.