Internationale Pressestimmen zum Rücktritt von Premier Tsipras 2
Athen (APA) - „Le Monde“ (Paris):...
Athen (APA) - „Le Monde“ (Paris):
„Die Finanzminister der Eurozone haben am Mittwoch ein erstes Hilfspaket von 23 Milliarden Euro für Griechenland bereitgestellt, und am Donnerstag konnte Athen der Europäischen Zentralbank (EZB) die fällige Schuld von 3,4 Milliarden Euro zurückzahlen. In diesem Stabilisierungsprozess gibt es noch viele Hindernisse. (Ministerpräsident Alexis) Tsipras kann mit seinem wagemutigen Plan scheitern, durch vorgezogene Wahlen im September eine stabilere parlamentarische Mehrheit zu erreichen. Doch im Augenblick sind die warnenden Stimmen in Europa verhallt. Gesiegt haben die verantwortungsbewussten führenden Politiker Europas. In Athen und Brüssel kann man dies nur begrüßen.“
„Publico“ (Lissabon):
„Tsipras ist ein Fall, den die Politologen an den Universitäten noch viel studieren werden. Der griechische Regierungschef kandidierte mit einem radikalen Anti-Spar-Programm, er wurde gewählt und ließ im Parlament dann ein Paket von Maßnahmen verabschieden, die genau das Gegenteil seiner Versprechen darstellten. Dennoch ist er weiterhin populär - und das in einem Land, in dem die Leute nicht einmal frei über ihre Bankguthaben verfügen können. Der Grund: Die Griechen haben das Gefühl, dass Tsipras die Interessen des Landes bis zum Äußersten verteidigte. In den Verhandlungen mit den Geldgebern trieb er die Spannung bis zum Äußersten und ließ sich erst fünf Minuten nach zwölf Uhr auf eine Einigung ein. Diese Haltung schätzen die Griechen.“
„De Volkskrant“ (Amsterdam):
„Im Oktober erfolgt die erste Evaluierung der griechischen Reformen und danach soll die nächste Summe aus dem 86 Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket überwiesen werden. Dann soll auch über eine Schuldenerleichterung gesprochen werden, eine der Bedingungen für den IWF, sich am Rettungsprogramm zu beteiligen. Vor allem Deutschland will diese Beteiligung. Die vorgezogenen Wahlen müssen diese Planung nicht durchkreuzen, vorausgesetzt dass danach eine neue proeuropäische Regierung die Reformabsprachen erfüllt. Dass es früher oder später Neuwahlen geben würde, war unvermeidlich. Denn das Sparpaket, dem die Regierung von Alexis Tsipras letztendlich zustimmte, um Griechenland in der Eurozone zu halten, steht im Widerspruch zu den Beteuerungen, mit denen er die Wahlen im vorigen Jahr gewonnen hatte.“
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