Wasser für die Imsterau kommt künftig aus Tarrenz
Weil der bestehende Tiefbrunnen durch neue Weideflächen verunreinigt werden könnte, nutzt die Gemeinde eine Alternative.
Von Thomas Ploder
Imsterberg –Nachdem das Wasserversorgungssystem in Imsterberg selbst bereits mit hohem Aufwand saniert wurde, steht in der Fraktion Imsterau dies noch aus. Eile ist geboten, rund 80 Prozent der mehr als 50 Jahre alten Leitungen weisen Schäden auf. „Die Situation ist zum Teil extrem unbefriedigend“, betont dazu BM Alois Thurner. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates präsentierte deshalb der Experte Eugen Feichtinger Pläne für eine gemeindeweite neue Anlage. Diese soll aus zwei getrennten, allerdings bei Bedarf kuppelbaren Kreisen in Imsterberg und Imsterau mit je einem eigenen Hochbehälter bestehen.
Während in Imsterberg die Trinkwasserversorgung auch zukünftig aus eigenen Quellen gesichert werden kann, reicht die Schüttung für eine zusätzliche Einbindung von Imsterau nicht aus. Zwar liefert die Quelle im Sommer bis zu zwölf Sekundenliter, im Winter sinkt die Schüttung während sechs Wochen allerdings regelmäßig unter zwei Sekundenliter. Der aktuelle Bedarf der Haushalte beträgt jeweils drei Sekundenliter, der Löschwasserbedarf ein Vielfaches.
Nachdem die ursprüngliche Quelle, die Imsterau versorgt hatte, als Folge des Kraftwerksbaus versiegte, übernahm die Tiwag eine Versorgungsgarantie mit drei Sekundenlitern für Imsterau. Hierfür wurde ein eigener Tiefbrunnen geschlagen. Die verstärkte Nutzung der umliegenden Flächen als Weideland lässt zukünftige Beeinträchtigungen der Wasserqualität befürchten. Deshalb nahm die Gemeinde mit dem Wasserversorgungsverband Gespräche auf, um eine Versorgung mit Wasser aus den Alpinquellen in Tarrenz zu sichern. Obwohl die damalige Wassergenossenschaft Imsterau 1993 eine Mitgliedschaft im Verbund ablehnte, stehen derzeit die Signale auf grün. Stimmen die Mitgliedsgemeinden einer nachträglichen Aufnahme von Imsterberg in die Gemeinschaft zu, werden für Infrastrukturanteile rund 220.000 Euro an den Verband, für die Wasserablöse von drei Sekundenlitern weitere etwa 27.000 Euro als Einmalzahlung an Tarrenz fällig.
Obwohl der Tiefbrunnen für die Löschwasserversorgung bestehen bleibt, geht BM Alois Thurner davon aus, dass die Tiwag diese Kosten, wie auch jene für die notwendige Vergrößerung des Hochbehälters, als Ausgleich für den Wegfall der Versorgungspflicht übernehmen wird.
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