Goldbach Group im ersten Halbjahr mit mehr Gewinn

Küsnacht (APA/sda) - Nach dem Gewinnknick im Jahr 2014 wegen des kostspieligen Ausstiegs aus Verlustgeschäften hat die Schweizer Werbevermar...

Küsnacht (APA/sda) - Nach dem Gewinnknick im Jahr 2014 wegen des kostspieligen Ausstiegs aus Verlustgeschäften hat die Schweizer Werbevermarkterin Goldbach Group im ersten Halbjahr 2015 das Ergebnis wieder verbessern können. Umsatz und Gewinn stiegen deutlich.

Der Umsatz wuchs um 4,5 Prozent auf 226,8 Mio. Franken (210,6 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab. Der Betriebsgewinn (EBIT) verbesserte sich um 9,2 Prozent auf 10,7 Mio. Franken. Unter dem Strich verdiente Goldbach Group 2,4 Mio. Franken. Das sind um 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wobei hier ein außerordentlicher Gewinn half.

Die Werbevermarktung Schweiz, das größte Geschäftsfeld der Gruppe ist, konnte den Umsatz um 8,5 Prozent auf 197,8 Mio. Franken steigern. „Wir haben insbesondere beim TV ein starkes Wachstum im einstelligen Prozentbereich hingekriegt und konnten zusätzlich mit D8 einen neuen TV-Sender in der Westschweiz lancieren“, sagte Goldbach-Chef Michi Frank in einer Telefonkonferenz.

Auch das Radiogeschäft habe sich mit einem Plus von 26 Prozent sehr erfreulich entwickelt. Im Onlinegeschäft läuft es dagegen nicht so rund: Der Umsatzverlust im Bereich Display konnte durch ein tiefes einstelliges Wachstum im Bereich Video nicht vollumfänglich kompensiert werden.

In der Werbevermarktung in Polen und Österreich ging der Umsatz um desinvestitions- und währungsbedingt um 22,4 Prozent auf 9,6 Mio. Franken zurück. Das sich im Aufbau befindende Geschäft in Deutschland erzielte erstmalig einen Umsatz von 1,4 Mio. Franken, fuhr aber auch einen Betriebsverlust vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von 1,8 Mio. Franken ein. Nächstes Jahr wolle man die Gewinnschwelle in Deutschland erreichen, sagte Frank.

Im dem unter Marketing Services zusammengefassten Direktkundengeschäft musste ein Umsatzrückgang um 22,2 Prozent auf 19,1 Mio. Franken sowie ein Betriebsverlust hingenommen werden.

Im Gesamtjahr soll der Umsatz im fortgeführten Geschäft im tieferen einstelligen Prozentbereich wachsen. Der Reingewinn solle sich mindestens verdoppeln, hieß es weiter.

Zur neuen Konkurrenz in der Werbevermarktung durch das am vergangenen Montag angekündigte Gemeinschaftsunternehmen von Ringier, der Swisscom und der SRG gab Frank sich bedeckt: „Wir werden diese Entwicklung sehr genau beobachten. Ich glaube nicht, dass wir unsere Strategie ändern müssen. Wir glauben, dass wir gut aufgestellt sind.“

Die Frage sei allerdings, was mit den Daten in einem doch mehrheitlich vom Staat beherrschten Unternehmen passiere, sagte Frank: „Hier möchten wir die gleichen Möglichkeiten, die Daten zu bekommen. Das ist für uns ein ganz wichtiger Punkt.“